Spielerprofil
Adolf Fischera
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Anekdoten & Zitate
Der damals 23-jährige Adolf Fischera, Pseudonym „Ra“, erzielte beim Spiel WAF - Rudolfshügel 3:0 zwei Tore und galt als einer der spielstärksten österreichischen Fußballer der Vorkriegszeit, ein wunderbarer Techniker und Dribbler. Am Ende der Saison verpasste er um nur 2 Tore die Torjägerkrone.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 103
Adolf Fischera erzielte das Führungstor im Spiel WAF - WAC durch einen sehenswerten Volleyschuss in der 12. Minute, ehe der WAC die Partie drehte.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 315
Adolf Fischera gefiel sich im Spiel WAF - WAC (2:3) in trickreichen und akrobatischen Aktionen, die aber zu nichts führten und nur für kurzen Szenenapplaus sorgten, während die WAC-Spieler mannschaftsdienlicher und kompakter agierten und damit mehr Erfolg hatten.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 319
Im Spiel WAF - FAC (5:4) kam Adolf Fischera 15 Minuten zu spät, und der WAF musste in dieser Zeit nur mit 10 Mann spielen. Fischera konnte sich da von seinen Mitspielern und den Zuschauern einiges anhören - selbst ein Star wie er hatte nicht die absolute Narrenfreiheit, wenn er nicht pünktlich zum Anpfiff erschien.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 205
In der Vorbereitung auf die Saison 1913/14 machte sich das Sportblatt Sorgen um Adolf Fischera: 'Traurig ist es um Fischera bestellt. Der früher so graziöse, bewegliche Spieler, für den es einfach keine Schwierigkeiten gab, ist geradezu plump geworden. Wenn er sich nicht entschließt, durch energisches Training den Erscheinungen des Älterwerdens Einhalt zu gebieten, ist seine Rolle im Wiener Fußballsport ausgespielt.'
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 82
Beim Rekord-Länderspiel Österreich gegen Ungarn (2:0) vor 22.000 Zuschauern (19.627 zahlende - ein neuer Besucherrekord) am WAC Platz erzielte Adolf Fischera beide Tore in der ersten Halbzeit (19. und 34. Minute). Das Sportblatt schrieb euphorisch: 'Endlich!! Wie eine Erlösung, wie eine Befreiung wirkte der langersehnte Sieg der österreichischen Mannschaft gegen die in den letzten Jahren vom Kriegsglück recht verwöhnten Ungarn.' Es war das letzte Länderspiel vor dem Ersten Weltkrieg.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2021-2046
Adolf Fischera schrieb von der Front: 'Eine sehr große Freude bereitet mir das Illustrierte Österreichische Sportblatt, welches mir geschickt wurde und noch mehr Freude hatte ich an unserer Mannschaft. Also nur fleißig drauf los, damit, wenn ich zurück komme - Gott gebe es - gleich mit eingreifen kann.' Er fragte besorgt nach, ob Johann Schwarz tatsächlich gestorben sei: 'Der arme Kerl. Gott mit ihm.' Der damals 26-jährige, der als Kadett-Aspirant des Telegraphen-Regiments schon Fronterfahrung hatte, vermählte sich am 25. November 1914 mit Fräulein König, der Schwester des Spielers Engelbert König, in der Roßauer Kaserne - Trauzeugen waren A. Steinhardt und Heinrich Retschury. Fischera überlebte den Krieg, kehrte zum SC Germania Schwechat zurück und stellte beim 21:0-Kantersieg im ÖFB-Cup gegen den SC Tulln mit neun Toren einen bis heute unerreichten Rekord auf. 1920 ging er nach Borussia Neunkirchen ins Saarland als Spielertrainer, gewann den Süddeutschen Pokal 1921 und die erste Saarmeisterschaft, kehrte 1922 nach Wien zurück, spielte für WAF und Vienna, wurde Cupsieger und Vizemeister, kam zu insgesamt sechs Länderspielen (inklusive eines Doppelpacks gegen die Schweiz), und arbeitete danach als Telegraphenbeamter. Er erlag 50-jährig am 25. August 1938 einem Herzanfall in Klosterneuburg.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 419-426, 1002, 1052-1056
Adolf Fischera, einer der besten und elegantesten Stürmer vor dem Krieg, konnte endlich wieder einmal für den WAF einlaufen - eine Sensation. In der vergangenen Saison kam er auf Grund des Krieges zu keinem einzigen Einsatz; er diente die gesamte Kriegszeit in einer Telegraphenabteilung an der Front. Sein körperlicher Zustand war vom Kriegsdienst zwar schlecht, aber ihn nicht aufzustellen wäre wohl einem Verbrechen gleichgekommen.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 886
Trotz seiner körperlichen Defizite nach Jahren ohne Spielpraxis präsentierte Adolf Fischera eine grandiose Leistung. Die Sport Rundschau schrieb: "Sein Stoppen, sein Dribbling und seine noch immer vorbildlichen Bewegungen trotz des durch Trainingsmangel vernachlässigten Körpers, erbrachten uns den Beweis seiner noch immer bestehenden überragenden Klasse. Fischeras regelmäßige fußballsportliche Betätigung wäre für seinen Verein und für unseren Verband von außerordentlichem Nutzen."
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 1956
Über Mittelstürmer Adolf Fischera schrieb das Wiener Sporttagblatt, er sei, der ehedem durch seine wundervollen, aber oft überflüssigen Dribbelkünste seine treuesten Anhänger aus dem Häuschen brachte, nun die Bescheidenheit selbst geworden - es gab zahlreiche Situationen, in denen ein herzhafter Schuss die Entscheidung hätte bringen können, doch immer wollte ein Germania-Stürmer dem anderen den Vortritt lassen.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 2710
Es kamen Gerüchte auf, dass Adolf Fischera nach Zwistigkeiten mit Engelbert König, die teils familiärer Natur gewesen sein sollen, wieder zu seinem alten Verein WAF zurückwolle, wo er einst seine größten Erfolge feierte.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 2830
Der gemeldete Wechsel von Adolf Fischera zum WAF wurde als verfrüht bezeichnet - er sei in seinem Entschluss wieder wankend geworden und dürfte im Frühjahr doch wieder für Germania tätig sein.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 2959
Der WAF meldete offiziell die Verpflichtung von Adolf Fischera. Grund war, dass sich Fischera und Engelbert König nicht ausstehen konnten - der zart besaitete Fischera wollte sich den cholerischen Umgangston seines Mitspielers nicht mehr antun. Für die Meisterschaftsspiele kam Fischera aber noch nicht in Betracht, da er in dieser Saison bereits für Germania gespielt hatte.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4175
Der Sportclub Neunkirchen aus dem Saarland bereitete Adolf Fischera, genannt "Ra", ein fast unschlagbares Angebot, das der Wiener Sportclub nicht überbieten konnte. Fischera, damals 31 Jahre alt, strebte bereits eine Trainerkarriere an.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4130
Adolf Fischera entschloss sich schließlich, zum Sportklub Neunkirchen an der Saar nach Deutschland zu wechseln. Die Neunkirchner bezeichneten ihn als einen der gefeiertsten Vertreter des intelligenten Wiener Fußballspiels und erhofften sich von ihm vor allem als Trainer eine Förderung ihrer Spielstärke.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4671
Adolf Fischera, der 'unvergleichliche' WAF-Stürmer, erzielte am 1. April 1922 gegen Simmering einen Doppelpack (3:2 in der 54. und 6:2 in der 84. Minute) bei einem 6:3-Sieg des WAF.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'WAF - Simmering 6:3', Para. 2139-2146
Im Cup-Finale 1922 gegen die Amateure (WAF-Sieg 2:1) war Adolf Fischera an der entscheidenden Kombination zum 2:1 durch Albert Klein in der 63. Minute beteiligt.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Cup-Finale Gleich geht es los', Para. 3117-3118
Adolf Fischera erzielte am 12. Juli 1922 in der 85. Minute das entscheidende 1:1 gegen den Sportclub - dieses Unentschieden reichte dem Sportclub jedoch zum Meistertitel.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'WAF - Sportclub 1:1', Para. 3244-3248
Erzielt wiederholt späte, spielentscheidende Tore; trägt trotz Spiel für WAF (nicht Rapid) den Spitznamen 'Hütteldorfer Frechdachs'.
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~diverse