Spielerprofil
Ernst Walter Joachim
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Mit Walter 'Jokl' Joachim feierten die Amateure ein junges Torhütertalent - er galt vorerst nur als Ersatzmann für Viktor Gefäll. Als Gefäll in den Krieg musste, gab Joachim mit gerade erst 14 Jahren sein Erstligadebüt (0:4 gegen Rapid) und bewährte sich, indem er viele schwierige Situationen rettete. Joachim wurde als Sohn jüdischer Eltern (Arthur und Jenny, geborene Rottenstein) in der Förstergasse 7 in der Leopoldstadt geboren und galt als sehr exzentrisch - einmal soll er aus Frust über ein Gegentor während des Spiels den Platz verlassen haben. Teamchef Hugo Meisl bezeichnete ihn später als 'sehr schlecht erzogen'. Seine eigenwilligen Rettungsaktionen wurden 'Jokliaden' genannt. Joachim verlor seinen Stammplatz 1923, als die Amateure den deutschen Toptorhüter Teddy Lohrmann von Fürth verpflichteten - aus Frust begann er mit dem Boxsport, wechselte zum WAF, dann zum WAC als Ersatztormann. Anfang der 30er Jahre wanderte er nach Italien aus, trainierte das unterklassige Catania auf Sizilien, zog dann nach Ägypten, wo er Chefcoach bei Port Said wurde und endlich sein Glück fand - er überlebte dort den Zweiten Weltkrieg. Danach lebte er kurz in England (Buchverlag), wanderte Ende 1950 in die USA aus und arbeitete bis zur Pensionierung in der Verwaltung eines Spitals in Manhattan. Er starb im Dezember 1976 im Alter von 75 Jahren in New York City.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1217, 1379-1399, 2124