Spielerprofil
Felix Tekusch
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Vor dem Spiel WAF - Rapid (1:2) war der Einsatz von Verteidiger Felix Tekusch unsicher - er galt als bester Abwehrspieler der Liga, erkrankte aber in der Vorwoche mit seinem Bruder Karl Tekusch. Er spielte angeschlagen und die Presse schrieb von einer schlampigen Deckungsarbeit; man sah ihm an, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 427-428
Felix Tekusch erwischte einen schlechten Tag im Spiel WAF - Simmering (0:1) und konnte beim entscheidenden Gegentor gegen die atemberaubende Schnelligkeit von Johann Ehrlich nichts ausrichten.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1451
WAF-Verteidiger Felix Tekusch zeigte sich im Schlagerspiel WAF - Rapid (2:2) in besonders glänzender Form und gewann so gut wie alle Zweikämpfe.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1342
Felix Tekusch, der prominente Bruder von Karl Tekusch, war als 25-jähriger nun auch Soldat und brachte es auf 9 Länderspiele. Im Oktober 1914 schrieb er von Cilli (heute Celje, Slowenien): 'Ich spiele und trainiere hier fleißig beim hiesigen Athletiksportclub. Da ich einer Skiabteilung als Leiter zugeteilt bin, werde ich noch einige Zeit hier sein und dann im Winter Aufklärungsdienst auf den Brettern versehen.' Später erlitt er beim Schifahren eine Sehnenentzündung und wurde an die Ostfront versetzt, wo er bei einer von ihm geführten Patrouille 8 russische Soldaten gefangen nahm und ungeheure Schneefälle, Stürme und 10-15 Grad Kälte erlebte. Er schrieb: 'Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier und der Fußball hat mich hart gemacht.' Im März 1915 schrieb er: 'Für die russischen Gralschützen ein schlechter und zu beweglicher Zielpunkt zu sein. Wünsche Euch allen viel Glück zur Kriegsmeisterschaft.' Wenig später wurde er mit der kleinen und großen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und zum Leutnant befördert. Nach dem Kriegseintritt Italiens wurde er an die Dolomitenfront versetzt, wo er im Mai 1916 während der gescheiterten Südtiroloffensive (Ziel: Erreichen der italienischen Tiefebene und Venedig) fiel - die Offensive brachte 44.000 Mann Verluste, Tekusch war einer von ihnen.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 598-601, 1308-1310, 1471-1473, 2015
WAF-Verteidiger und Leutnant Felix Tekusch befand sich am 16. März 1916 auf einem Truppentransport von der russischen Front zur italienischen Front - der Zug machte zufällig in seiner sportlichen Heimat Hütteldorf für 10 Minuten Rast, doch Tekusch durfte den Zug nicht verlassen. Einem Bekannten am Bahnsteig ließ er vom Zugfenster aus die herzlichsten Grüße an die ganze Wiener Sportgemeinde ausrichten. Tekusch wusste nicht, dass er nur noch zwei Monate zu leben hatte - seine Vorgesetzten planten bereits eine Offensive gegen Italien, weshalb er an die Isonzofront verlegt wurde, wo er im Mai 1916 während der gescheiterten Südtiroloffensive fiel.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 2230-2232