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Aus der Buchreihe Austria Wien 1925/26: Das zweite Double der Amateure
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Spielerprofil

Franz Heinzl

Vereine & Saisonen

WAF SV Stockerau
1913/14 1914/15 1915/16 1919/20

Anekdoten & Zitate

Der WAF verstärkte sich mit dem 21-jährigen Stürmer Franz Heinzl aus Stockerau, der sich vor allem mit Durchschlagskraft und außergewöhnlichem Schussvermögen auszeichnete und schon im Testspiel zwei Tore beim 4:1-Sieg gegen die Vienna erzielte. Beim Transfer kam es zu Ungereimtheiten, die fast vor Gericht endeten, da die Stockerauer ihn nicht so einfach ziehen lassen wollten - am Ende setzten sich Heinzl und der WAF durch. Sein Schicksal war ein trauriges: gerade als seine Karriere Schwung aufnahm (Einberufungen in die Wiener Auswahl und in die Nationalmannschaft zum Spiel gegen Ungarn am 3. Mai 1914), brach der Erste Weltkrieg aus, und Heinzl musste daran teilnehmen. Er überlebte, war aber gesundheitlich schwer angeschlagen - an das Fußballspielen war nicht mehr zu denken. Am 16. Mai 1922 erlag er einem Lungenleiden, das er sich im Krieg zugezogen hatte, mit nur 30 Jahren.

WAF · Saison 1913/14 ·tragisch

Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1284-1290

Sein Tor zum 2:0 in der 78. Minute gegen den WAC resultierte aus einem Gewaltschuss, wie man ihn in Wien noch nie gesehen hatte. Franz Heinzl zeigte sich in seinen Bewegungen sehr langsam und unbeweglich, aber seine genauen Pässe quer über das Feld konnten dem Spiel manch überraschende Wendung geben, und kam er aus aussichtsreicher Position zum Schuss, gab es immer 'Alarmstufe Rot' in der gegnerischen Abwehr - es hat eben jeder Spieler seine Stärken und Schwächen.

WAF · Saison 1913/14 ·außergewöhnlich

Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1514

Stürmerstar Franz Heinzl bekam vor dem entscheidenden Spiel gegen den Sportclub 'Heimweh' nach Stockerau und gab bekannt, dem WAF nicht mehr zur Verfügung zu stehen - böse Zungen behaupteten, er wolle damit den Wechsel zu einem anderen Wiener Verein erzwingen. Später wurde Heinzl im Bild beim Freundschaftsspiel des WAC beim SV Stockerau gezeigt - der an Heimweh erkrankte Ex-WAF-Stürmer war zurück an seiner alten Wirkungsstätte. Durch sein 'Heimweh' versäumte er den Titelgewinn des WAF im letzten Meisterschaftsspiel.

WAF · Saison 1913/14 ·skurril

Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2382-2383, 2851

Franz Heinzl traf in den zwei Spielen des Osterpokals 1915 gleich 5 Mal und stellte seine Torjägerqualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Im Mai 1915 vergab er einen Elfmeter im Länderspiel gegen Ungarn und das Sportblatt schrieb von einer 'Null'. Im letzten Saisonspiel WAF - Hertha (3:2) traf Heinzl gleich dreimal: zum 1:1, 2:1 und 3:1. Der gebürtige Stockerauer, der in der Saison 1913/14 noch starkes Heimweh nach Stockerau hatte, wurde beim WAF zum Topstürmer - im Krieg war er froh, in Wien Fußball spielen zu dürfen, statt an der Front kämpfen zu müssen. Sein letztes Meisterschaftsspiel bestritt er am 25. August 1918 (5:2 gegen FAC), bei dem er einen Elfmeter vergab, aber doch traf. Er verstarb am 16. Mai 1922 nach einem langen schweren Leiden, das er sich im Krieg zuzog, mit nur 30 Jahren in Stockerau.

WAF · Saison 1914/15 ·tragisch

Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 571, 1426, 1837, 2228, 2364, 2537-2544

WAF-Topstürmer Franz Heinzl glich im Länderspiel Österreich-Ungarn (4:2) per Kopfball zum 1:1 aus und erzielte kurz darauf mit einem flachen, scharfen Schuss den Führungstreffer zum 2:1. Beim Städtespiel Wien-Berlin (7:0) hatte er hingegen Pech mit seinen Weitschüssen, seiner stärksten Waffe. Beim Spiel WAF gegen Sportclub war er über das 0:0 zur Pause so erzürnt, dass er beim Gang in die Kabine seine Emotionen freien Lauf ließ - Schiedsrichter Gustav Schmidt schloss ihn bereits in der Halbzeitpause aus, was bei den WAF-Fans für Empörung sorgte ('Darf ein Schiedsrichter das überhaupt?'). Beim 9:0 gegen Simmering traf Heinzl alleine 4 Mal, darunter zweimal per Elfmeter.

WAF · Saison 1915/16 ·außergewöhnlich

Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 486-489, 642-645, 1479, 1606-1616

Franz Heinzl wechselte erneut vom WAF zum SV Stockerau, was mit dem sarkastischen Kommentar "zur Abwechslung wieder einmal" quittiert wurde.

WAF · Saison 1919/20 ·lustig

Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 586

Über das Transfertheater von Franz Heinzl zwischen SV Stockerau und WAF schrieb das Wiener Sporttagblatt unter dem Titel "Sportreklame in der Provinz", dass der Freigabeschein, durch den Heinzl wieder für Stockerau spielberechtigt wurde, im Schaufenster des größten Kaufmannsladens in Stockerau prangte.

SV Stockerau · Saison 1919/20 ·skurril

Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3316

Franz Heinzl spielte doch noch für seinen WAF und hatte sich noch nicht nach Stockerau verabschiedet - er zählte gegen den FAC trotz vergebener Chancen zu den auffälligsten Spielern im WAF-Trikot.

WAF · Saison 1919/20 ·bemerkenswert

Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3244

Die fast 28-jährige Stürmerlegende Franz Heinzl übernahm das Training seines Heimatvereins SV Stockerau. Er hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei Jahre zu leben - im Mai 1922 starb er mit nur 28 Jahren an einem Lungenleiden. Heinzl absolvierte zwischen 1914 und 1917 sieben Länderspiele, in denen er vier Mal traf, und war Teil der WAF-Meistermannschaft 1913/14.

SV Stockerau · Saison 1919/20 ·tragisch

Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4083