Spielerprofil
Gustav Wieser
Nationalspieler, eitel wegen Frisur
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-09-05 | Hertha | Rapid | left_wing |
| 1920-09-12 | Wacker | Rapid | left_wing |
| 1920-09-19 | Rudolfshügel | Rapid | left_wing |
| 1920-10-03 | Simmering | Rapid | left_wing |
| 1920-10-10 | Rapid | Sportclub | left_wing |
Anekdoten & Zitate
Der junge Offensivspieler Gustav Wieser galt als sehr großes Talent bei Rapid und bestätigte das beim 5:1-Sieg gegen Wacker mit einer starken Leistung. Beim 5:2-Sieg gegen den WAC erzielte er per Elfmeter (und Elfernachschuss) zweimal das 1:0 und 2:1. Beim 8:0-Kantersieg gegen Simmering spielte Wieser sehr stark, brach immer wieder an den Flanken durch und konnte kaum gehalten werden, und erzielte selbst ein Tor zum 7:0. Beim 6:1 gegen Sportclub nützte er einen Torwartfehler des unsicheren Fleischmann zum Tor.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 79-85, 856-858, 1281-1289, 2054
Gustav Wieser traf 5 Mal beim 9:2 Sieg gegen Wacker.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 1875
Gustav Wieser heiratete am 23. November 1919 - dem Tag des Spiels gegen Admira - Anna Glaser und traf in diesem Spiel als frisch vermählter "Bräutigam" gleich zwei Mal.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 2101
Rapid Stürmer Gustav Wieser fühlte sich nicht ausgelastet und begann nebenbei als Trainer bei Red Star zu arbeiten.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 2996
Im Pokalspiel gegen Sportclub verwandelte Gustav Wieser einen Elfmeter mit einem so scharfen Schuss, dass Torhüter Edi Kanhäuser den Ball zwar erreichte, aber nicht mehr abwehren konnte - das Tor zum 1:0-Sieg.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 5771
Im 11:2 Kantersieg gegen die Admira war Gustav Wieser an mehreren Toren beteiligt und sein Gegenspieler Robert Jarolim konnte ihn kaum unter Kontrolle bringen; insgesamt traf er zwei Mal.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 5714
In einem ausführlichen Leserbrief an das Wiener Sporttagblatt erklärte der Stürmer seine Wechselgründe in die Schweiz: sein Vater verlor während des Krieges sein Metallwarengeschäft, er selbst lernte daraufhin Schlosser. Als 22-Jähriger versorgte er Frau und Kind, musste zudem die Frau seines in russischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Bruders mit deren fünf Kindern unterstützen sowie seinen alten Vater. Als Schlosser im Arsenal verdiente er 700 Kronen wöchentlich - kaum genug, sich täglich an Gemüse satt zu essen. In St. Gallen bot man ihm eine Stelle mit 1.300 Franken monatlich. Er bat um Verständnis für seine Existenznot.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 467
Beim 3:3 gegen Wacker traf der Stürmer in der 35. Minute zur 0:1-Führung Rapids - nach einer schönen Kombination durch die Mitte.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 355
Beim 2:0-Sieg gegen Simmering erzielte der Stürmer die Führung nach einer schönen Kombination durch die Mitte.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 532
Rapid lehnte eine Freigabe des Stürmers an die Würzburger Kickers ab, der österreichische und deutsche Verband stritten monatelang um seine Spielberechtigung. Schließlich wurde er nach langem Tauziehen vom ÖFB für Würzburg freigegeben und debütierte dort mit vier Toren beim 4:3-Sieg gegen Leipzig.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 942
Als seine Mannschaft das fulminante 5:1 gegen Slavia Prag feierte, saß der ausgeschaltete Stürmer als Zuschauer auf der Tribüne - seine eigene neue Mannschaft Würzburg wollte keine Hilfe von außen. Gekränkt und verbittert, in diesem glorreichen Spiel seiner alten Kameraden nicht mithalten zu können, erklärte er nach Spielende überraschend, er wolle nicht mehr nach Würzburg zurückkehren und dauerhaft bei Rapid verbleiben.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 4331
Während eines Spiels der Amateure gegen Hakoah kommentiert Hugo Meisl von der Loge aus humorvoll, wie Gustav Wieser einem Kopfball ausweicht – ein wiederkehrender Scherz über Wiesers Eitelkeit bezüglich seiner Frisur, wegen der er angeblich Kopfbälle meidet.
Quelle: Hakoah Wien: Der einzige Meistertitel - Fußball Tagebuch 1924/25 (Buch14.docx; Seitenzahlen im extrahierten Text nicht vorhanden)
Im April 1925 erzielt Gustav Wieser beim 5:1-Sieg gegen Wacker gleich mehrere Tore und widerlegt damit zumindest an diesem Tag den Vorwurf, sein Kopfballspiel sei wegen Eitelkeit unterentwickelt.
Quelle: Hakoah Wien: Der einzige Meistertitel - Fußball Tagebuch 1924/25 (Buch14.docx; Seitenzahlen im extrahierten Text nicht vorhanden)
Wieser trifft auch gegen Slovan und erzielt gegen Rudolfshügel beim 5:0-Erfolg mehrere Tore, womit er sich als einer der torgefährlichsten Spieler der Amateure in dieser Saison etabliert.
Quelle: Hakoah Wien: Der einzige Meistertitel - Fußball Tagebuch 1924/25 (Buch14.docx; Seitenzahlen im extrahierten Text nicht vorhanden)
In einer Kolumne wird Gustav Wieser als 'Enfant terrible' der Amateure beschrieben: Sein einstiges Talent scheine zu verblassen, vor allem im Kopfballspiel weiche er dem Ball weiterhin aus, was als Sinnbild für eine Formkrise dargestellt wird.
Quelle: Hakoah Wien: Der einzige Meistertitel - Fußball Tagebuch 1924/25 (Buch14.docx; Seitenzahlen im extrahierten Text nicht vorhanden)