Spielerprofil
Heinrich Retschury
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Heinrich Retschury, ehemaliger Vienna- und Nationalspieler auf der Position Verteidiger, beendete seine Karriere mit erst 25 Jahren im Frühjahr 1912 und war als Schiedsrichter bei der Eröffnung des Rapid-Platzes (Rapid - WAC 2:1) im Einsatz. Er wurde später einer der bekanntesten Referees des Landes, pfiff auch bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris, und führte als Teamcoach mit einem 2:1-Sieg über Lettland zur erfolgreichen Qualifikation für die WM 1938, die nach der Annexion Österreichs hinfällig wurde. Er starb am 11. Juni 1944 in Wien; die Presse berichtete erst am 19. Dezember 1944 davon, ohne Todesursache.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1174
Wacker-Verteidiger Stutzerl war der brutalste Spieler im Relegationsfinale Rudolfshügel - Wacker (6:0), trat auf alles ein was sich bewegte, ohne ausgeschlossen zu werden - Schiedsrichter Heinrich Retschury dürfte einen gnädigen Tag gehabt haben.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 212
Im Spiel WAF - WAC (2:0) leitete Heinrich Retschury die Partie erstklassig und erstickte alle Aggressionen im Keim - obwohl seine im Abstiegskampf befindliche Vienna nur eine Straße weiter gegen Rapid spielte. Es wird wohl ein ewiges Mysterium bleiben, warum er in so einer kritischen Phase lieber den Schiedsrichter gemacht hat, statt seiner Mannschaft im Abstiegskampf zu helfen. Retschury war damals nicht nur einer der besten Schiedsrichter, sondern auch immer noch ein erstklassiger Innenverteidiger.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1522
Im zweiten Relegationsspiel Wacker - Hertha (2:2) schien selbst der sonst so souveräne Schiedsrichter Retschury sich gegen Meidling verschworen zu haben: er übersah in der ersten Halbzeit ein klares Elferfoul, sprach der Hertha später einen Elfmeter zu, der eigentlich keiner war, und schloss in der entscheidenden Phase, als Wacker auf das 3:1 drängte, einen Wacker-Spieler aus - und entschied damit die Relegation zugunsten der Hertha.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 44