Spielerprofil
Hermann Haldenwang
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-11-14 | Amateure | Wacker | centre_half |
| 1920-11-21 | WAC | Amateure | right_back |
| 1920-12-05 | Admira | Amateure | right_back |
| 1921-06-04 | Amateure | Simmering | right_back |
Anekdoten & Zitate
Bei den Amateuren debütierte Hermann Haldenwang, eigentlich ein bekannter Schwimmer, der es nun auch als Fußballer versuchte und noch Schwierigkeiten hatte, sich am linken Flügel in seiner neuen Sportart anzupassen. Im Spiel gegen Hertha 1915 spielte er stark gegen Richard Kuthan, sodass dieser nicht zur Entfaltung kommen konnte. Später wurde Haldenwang Nationalsozialist und agierte beim Anschluss Österreichs 1938 als SA-Sturmbannführer - damit standen sich im Spiel Amateure gegen Hertha bereits zwei spätere politische Feinde gegenüber: Haldenwang als künftiger SA-Mann und Hertha-Spieler Heinrich Belohlavek als späterer Widerstandskämpfer, der im Zweiten Weltkrieg in Berlin hingerichtet wurde.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 59, 347, 1939-1943
Der ehemalige Schwimmer und spätere SA-Mann Hermann Haldenwang spielte im Spiel Sportclub-Amateure (1:2) im rechten Mittelfeld bedeutend besser als gewohnt in der Mitte, allerdings sehr roh und mit gestreckten Beinen - er musste sich in der 75. Minute selbst verletzt vom Feld begeben. Haldenwang betrieb nach seiner aktiven Karriere ein Sport- und Gummiwarenhaus in der Linzer Straße 1 (heute eine Tankstelle). Beim Anschluss Österreichs übernahm er als SA-Sturmbannführer zwischen März und Juli 1938 die 'kommissarische Leitung' der Wiener Austria. Er überlebte den Krieg, verlor aber seine Frau, seine Tochter und sein Vermögen. Das Wiener Volksgericht erkannte ihn im Herbst 1947 schuldig und ordnete den Verfall seines Vermögens an die Republik Österreich an - die Tageszeitung 'Neues Österreich' berichtete am 29. September 1946, dass Haldenwang vom früheren Austria-Präsidenten Dr. Emanuel Schwarz erpresserisch einen Goldpokal und Spesenrückzahlungen gefordert hatte. Der damals 49-jährige musste sich als Kriegsverbrecher vor dem Wiener Volksgericht verantworten.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 568, 1295-1296
Hermann Haldenwang wurde als der "im Krieg mehrfach ausgezeichnete" Spielmacher der Amateure beschrieben. Im Mittelfeld ackerte er unermüdlich und stand Rapids Superstar Josef Brandstetter auf der Gegenseite um nichts nach - er erledigte ein ungeheures Arbeitspensum.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 1342
Hermann Haldenwang, eigentlich ein Mittelfeldspieler, war in der Abwehr der Amateure eher ein kleiner Schwachpunkt und versuchte seine Verunsicherung mit einer derben Zweikampfführung zu verbergen. Im Nationalsozialismus brachte es dieser Hermann Haldenwang zum SA-Sturmbannführer - in der Rangordnung etwa ein Hauptabschnittsleiter. Nach dem Krieg musste er sich in einem Kriegsverbrecherprozess verantworten und starb am 2. Dezember 1966.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3848