Spielerprofil
Hugo Meisl
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Der damals 30-jährige Hugo Meisl wurde neuer Trainer der Amateure, nachdem Jimmy Hogan in der letzten Saison unter den Erwartungen geblieben war. Meisl startete seine Fußballkarriere 1905 als Schiedsrichter - zum Fußballer reichte es nicht. Er war Sprachtalent: er sprach Deutsch, Tschechisch, Italienisch, Französisch und Englisch perfekt, weitere Sprachen fließend. Im ersten Weltkrieg kämpfte er an der Isonzofront. Bei den Amateuren blieb er nicht lange Trainer, wurde aber schon bald Teamchef der österreichischen Fußballnationalmannschaft und betreute diese bis zu seinem Tod 1937 - er war damit Begründer und Trainer des Wunderteams.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 239
Hugo Meisl fungierte nachdem er im Vorspiel als Amateure-Trainer auf der Bank gesessen war, im zweiten Spiel zwischen dem WAC und dem WAF als Schiedsrichter.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1007
Im Sommerturnier am WAF-Platz führte der Sportclub bereits 4:0 gegen Rapid und sah als sicherer Turniersieger aus. Doch dann entdeckte der Schiedsrichter seine Liebe zu Rapid und es gab kritische Entscheidungen zugunsten der Hütteldorfer, sodass Rapid den 0:4-Rückstand zum 4:4 aufholte. Da es weder Verlängerung noch Elfmeterschießen gab, behaupteten am Ende beide Vereine, Turniersieger geworden zu sein - Rapid wegen mehr Treffern in den 2 Spielen, der Sportclub wegen des besseren Torverhältnisses im Finale. Statt den Turniersieg zu feiern, wurde lieber diskutiert.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 123
Im Spiel Rudolfshügel - Sportclub (0:2) ließ Schiedsrichter Hugo Meisl 15 Minuten länger spielen als vorgesehen - eine unfreiwillige Nachspielzeit, denn offiziell wurde diese erst 1987 eingeführt. Meisl vertat sich einfach mit seiner Uhr. Das Rudolfshügler Publikum erkannte schon beim Stand von 0:0 die Aussichtslosigkeit eines Erfolgs und schoss sich auf Meisl ein, der pausenlos beschimpft und bedroht wurde - möglicherweise ein Grund, warum er so nervös agierte und versehentlich 15 Minuten länger spielen ließ. Als die Bedrohungen in der zweiten Halbzeit immer feindseliger wurden, forderte er zwei Mal einen Funktionär der Heimmannschaft auf, die Ruhe auf den Rängen herzustellen - das hatte den gegenteiligen Effekt und brachte die Fans nur noch mehr in Rage. Am Ende verlor Meisl die Kontrolle über das Spiel völlig.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 998-1008
Der damals 43-jährige Teamchef Hugo Meisl wurde, als Italien am 23. Mai 1915 Österreich den Krieg erklärte, an die Isonzofront versetzt, wo er bis Kriegsende kämpfte. Hugo Meisl war nicht nur für die österreichische Fußballgeschichte von großer Bedeutung, sondern auch für den europäischen Fußball: er war entscheidend an der Schaffung des Mitropapokals (Vorläufer der Champions League) sowie des Europapokals (Vorläufer der Europameisterschaft) beteiligt. Drei Meisl-Brüder standen damals im Feld: Oberleutnant Hugo Meisl, Leutnant Leopold Meisl (Schwimmer, ausgezeichnet mit der großen Silbernen) und Willy Meisl, Torwächter der Amateure, der erst kürzlich eingerückt war.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1902-1904, 1910