Spielerprofil
Johann Andres
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Johann Andres vom WAF wurde in der Anfangszeit des Wiener Fußballs 'Cricketer Hansl' genannt.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 135
Der 24-jährige WAF-Stürmer Johann Andres wurde in der 80. Minute des Spiels Wiener Sportclub - WAF (2:1) des Feldes verwiesen. Andres galt vor dem 1. Weltkrieg als bester linker Flügelstürmer Österreich-Ungarns, war flink und leichtgewichtig und harmonierte trotz fehlender Schusskraft hervorragend mit Fischera und Studnicka. Er galt als perfekter 'Fußball-Clown', dessen gefinkelte Spielweise das Publikum köstlich amüsierte, die Gegner aber zur Weißglut brachte. Eine Meniskusverletzung im rechten Knie, die er sich gegen die Vienna zuzog, beendete Ende 1912 seine Karriere viel zu früh.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 360-362
Der einst so hochgelobte Johann Andres spielte im Spiel WAF - WAC (2:3) viel zu eigensinnig und vertändelte auf der linken Seite oft seine Bälle. Sein Elfmetertreffer in Minute 80 resultierte aus einem Geschenk des Schiedsrichters Max Reichsfels, der schon Mitleid mit dem WAF gehabt haben dürfte.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 315, 319
Im Spiel FAC - Sportclub (1:3) wurde Schiedsrichter Karl Schediwy vom Sportblatt scharf kritisiert: 'Er ist ein ehemaliger Spieler, kennt demnach sicher die meisten unfairen Tricks; es fehlt ihm aber an der nötigen Entschlossenheit, um den ersten Fehler zu ahnden. Dadurch werden die Spieler angeregt, selbst ihr vermeintlich Recht zu suchen und die Folge sind Tretereien und Rohheiten aller Art. Das Spiel, wenn man das unritterliche Turnier noch so nennen kann, war aber gründlich verdorben.'
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 629
Der ehemalige WAC- und WAF-Star Johann Andres, der zuletzt als Schiedsrichter fungierte und für seinen großen Unterhaltungswert sowie seine Clownerien bekannt war, wurde schon in den ersten Kriegstagen eingezogen und sofort an die Front geschickt. Dort erkrankte er rasch und kehrte nach Wien zurück. Sein Leiden, eine Luxation des Kniegelenks, ließ einen Rückfall befürchten, weshalb er nicht mehr an die Front zurückkehrte. Nach dem Krieg wurde Andres Trainer der späteren Wiener Austria und überlebte auch den Zweiten Weltkrieg - er verstarb als 83-jähriger am 25. Juli 1970.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 39, 518
Beim 9:0-Sieg des WAF gegen Simmering stand mit Johann 'Hansl' Andres ein Überraschungsgast im Tor - der ehemalige Flügelangreifer, der zwischenzeitlich als Schiedsrichter tätig war, kehrte überraschend als Torhüter zurück. Der damals 28-jährige galt als sehr beliebt und humorvoll und liebte es in seiner besten Zeit, während des Spiels mit Gegenspielern und Zuschauern zu scherzen - einer der ersten Fußballclowns des österreichischen Fußballs. In diesem Spiel bekam er in 90 Minuten nur einen einzigen Ball zu halten und hatte daher genügend Zeit, seine Späße mit dem Publikum zu treiben.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1608