Spielerprofil
Johann Ponleitner
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Johann Ponleitner erhöhte im Spiel Sportclub - Amateure (2:1) als Ersatzmann für Starstürmer Alois Müller auf 2:0 - für ihn war es das erste Tor im ersten Spiel. Ein Jahr darauf diente er im ersten Weltkrieg im 4. Infanterieregiment 'Hoch- und Deutschmeister' als Landsturminfanterist und geriet am 7. Juli 1915 unverletzt in russische Kriegsgefangenschaft. Erst am 3. Dezember 1918 kehrte er zurück und wurde am gleichen Tag aus dem Militärdienst entlassen. An das Fußballspielen dachte er dann eine Weile nicht; erst im März 1920 lief er wieder ein, in der Sportclub-Reservemannschaft, spielte gut, aber es mangelte ihm an Kondition. Nur ein Mal kam er noch in der Kampfmannschaft zum Einsatz (0:0 am 18.4.1920 am Wacker-Platz vor 2.000 Zuschauern), danach spielte er nur noch für die Seniorenmannschaft. Obwohl er körperlich unversehrt aus der Kriegsgefangenschaft kam, hat ihn der Kriegseinsatz physisch und psychisch so mitgenommen, dass er nicht mehr auf hohem Niveau spielen konnte - eines der vielen hoffnungsvollen Talente, die durch den Krieg zerstört wurden.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 277
Einen perfekt getretenen Freistoß vom jungen August Braunsteiner verwertete Johann Ponleitner in der 25. Minute des Spiels Sportclub - WAF (3:2) mit einem sehenswerten Kopfballtor, bei dem er sich akrobatisch in die Höhe schraubte - das Signal für den Sportclub, so weiterzumachen. Einen kurzen verletzungsbedingten Ausfall von Karl Tekusch nützte er zum 2:2-Ausgleich.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2390, 2392
Der einzige Lichtblick beim 0:5 des Sportclubs gegen den WAC war Johann Ponleitner, der bisher vom Krieg verschont blieb - das sollte nicht dauerhaft so bleiben. Ponleitner war einer jener Spieler, die gebrochen vom Krieg heimkehren sollten. Obwohl äußerlich nicht verwundet, sollte er sportlich und privat nie mehr das Leben vor dem Krieg führen - die grausamen Erlebnisse im Kampf und die anschließende russische Gefangenschaft zerstörten seine Seele.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 363, 366