Spielerprofil
Johann Studnicka
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Johann 'Jan' Studnicka, auch genannt 'der Gstutzte', war einer jener Spieler aus der Anfangszeit des Wiener Fußballs, die beim Start der ersten regulären Meisterschaft noch aktiv waren.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 135
Der kleinwüchsige aber technisch hochbegabte Dribbler Johann 'Jan' Studnicka traf kurz vor Abpfiff zum 2:2-Ausgleich im Spiel WAF - WAC (2:2) und nahm dem WAF damit den ersten Punkt der Saison ab.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 268
Als der beste Mittelstürmer Wiens im Oktober 1911 wurde der damals 28-jährige Johann 'Jan' Studnicka auf das Podest gehoben. Er war erster Rekordnationalspieler und gleichzeitig Rekordtorschütze seines Landes und erhielt posthum zwei Mal die Ehrung des Welttorjägers. Das Sportblatt schrieb: 'Studnicka gibt jedem anderen Wiener Spieler noch eine Gehirnhälfte vor.'
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 319-323
Studnicka machte einmal ein 'Hands'. Sofort ertönte aus dem Raum der ordentlichen Mitglieder eine fette Stimme: 'Dreizehn Jahre, ich bitte, drei-zehn Jahre spielt dieser Mensch Fußball und weiß noch immer nicht, dass man den Ball nicht mit der Hand angreifen darf!'
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 823-825
WAC-Altstar Johann 'Jan' Studnicka war bei der Musterung als 'nicht geeignet' befunden worden und blieb damit Führer der Athletiker, in seinem 18. Jahr als Fußballer. Im Spiel WAF - WAC (0:1) erzielte er den einzigen, etwas unglücklichen Treffer des Spiels - der Tormann hatte den Ball schon gefangen, ließ ihn aber im Sturz wieder fallen. Das Sportblatt schrieb: 'Tor ist Tor, gleichviel ob es durch einen effektvollen Volley oder Spitzler erzielt wird.' Im Länderspiel Österreich-Ungarn (5:2) erzielte er als Kapitän zwei Tore (3:1 und Mittäter beim ersten Tor). Im Sommer 1915 war er trotz Tauglichkeit beim Saisonstart 1915/16 immer noch dabei - 'Der Vater und Retter des Clubs'.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 495-499, 1304, 1951-1955, 2033-2053, 2482
WAC-Altstar und Spielertrainer Johann 'Jan' Studnicka war bei der Musterung als 'nicht geeignet' befunden worden und blieb damit im 18. Jahr seiner Fußballkarriere - 'der Vater und Retter des Clubs'. Beim 5:2-Sieg gegen Rapid spielte er sich in den letzten 30 Minuten in einen Rausch, erzielte den Ausgleich, das 3:2 und schließlich mit einem sehenswerten Volleyschuss in der 75. Minute das 5:2 - der beste Mann am Feld, der genau wusste, wo Rapid in der Defensive seine Schwächen hatte. Beim 8:1 gegen die Hertha traf er dreimal, beim 5:3 gegen den FAC zweimal. Beim 2:0-Sieg gegen den Sportclub im Dezember 1915 erzielte er das 2:0 mit einer klassischen Einzelaktion, bei der er die halbe Sportclub-Mannschaft ausspielte und den Ball lässig ins Netz lupfte.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 89, 856-866, 1457-1465, 1508, 2152, 2155, 2175
Johann Studnicka spielte so stark wie in seinen besten Tagen, hieß es - Studnicka stand damals kurz vor seinem 35. Geburtstag, für damalige Verhältnisse in Österreichs oberster Liga ein ungewöhnlich hohes Alter. Die Sport Rundschau schrieb über ihn: "Sein Stellungsspiel, seine Routine, sein Kopfballspiel sind Faktoren von hohem Werte, auch seine Schnelligkeit machte gestern wieder den besten Eindruck. Von Behäbigkeit, die man ihm in letzter Zeit so gerne nachsagte, keine Spur."
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 334
Die beiden ehemaligen WAC-Legenden Johann Studnicka und August Huber wurden in einer Karikatur gegenübergestellt: Huber sagte zu Studnicka, sein WAC gewinne halt nichts, während seine Hakoah in der zweiten Spielklasse erfolgreich sei.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3408
Altmeister und WAC-Trainer Johann Studnicka äußerte sich zur sportlichen Krise seines Vereins: Er bedauerte, dass der WAC nicht die Stellung einnehme, die ihm gebühre, sah die Schuld im unzulänglichen Spielermaterial und betonte, er habe nie Wert darauf gelegt, fertige Spieler von anderen Vereinen zu holen, sondern junge Leute selbst auszubilden. Sein Verhältnis zum WAC sei noch ungeklärt, da er an einer Knieverletzung leide, hoffe aber auf eine Bäderkur und fühle sich noch immer fähig, Ersprießliches zu leisten.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4318