Spielerprofil
Josef Kudin
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Der 26-jährige Josef Kudin war Mann des Spiels bei Simmering - Rapid (5:2) mit 4 Toren und einem lupenreinen Hattrick zwischen Minute 26 und 30. Am Ende belegte Kudin mit 15 Toren Platz 4 der Torschützenliste, vor Topstars wie Studnicka und Hussak. Die Saison 1911/12 war bereits sein 8. Jahr beim SC Simmering. Er galt nicht als überragender Techniker, sondern als zuverlässige, eifrige Stütze mit gutem Positionsspiel und Torriecher. Er blieb bis zu seinem Lebensende in Simmering wohnhaft, starb 1960 und wurde in der Feuerhalle Simmering eingeäschert.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 541-553
Beim Spiel WAC - Simmering (5:1) lief es für Goalgetter Josef Kudin überhaupt nicht und er wurde zum Überdruss noch ausgeschlossen. Das Sportblatt kritisierte ihn scharf: 'Kudin stand ständig nur vor dem Tore des WAC auf der Lauer und kümmerte sich sonst überhaupt nicht ums Spiel. Diese kindliche Auffassung der Pflichten eines Mittelstürmers ist im letzten Ende nur Egoismus, der die eigene Mannschaft schädigt.'
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 633-637
Der lauffaule aber bewährte und treffsichere Mittelstürmer der Simmeringer, Josef Kudin, kehrte vom Krieg nach Wien zurück und feierte beim 2:0-Sieg gegen die Hertha sein viel umjubeltes Comeback - in der 27. Minute erzielte er die Führung, der Hertha-Torhüter ließ den Ball unglücklich durchrutschen, und in der zweiten Halbzeit sorgte er mit seinem 2:0 für die endgültige Entscheidung. Kudin galt auch als 'Studnicka von Simmering' wegen seiner hohen Spielintelligenz und seiner Fähigkeit, die Stürmerkollegen einzuteilen. Im Krieg war er Teil der Bedienungsmannschaft einer Gulaschkanone und gehörte damit nicht zur kämpfenden Truppe - in einem Gesellschaftsspiel traf er noch zwei Mal beim 2:2, bevor er endgültig an die Front zurückkehrte (Simmering - WAC wurde wegen Verspätung 0:6 strafverifiziert, womit Kudin sein letztes Meisterschaftsspiel entging).
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 284-330, 519-535, 675-712
Die Rückkehr des alten Bombers Josef Kudin aus dem Krieg bedeutete für Simmering eine kleine Sensation. Wer sonst als der "Studnicka von Simmering" konnte sich gleich nach seiner Heimkehr als Schütze feiern lassen - gerade endgültig vom Kriegsschauplatz heimgekehrt, für seinen Heimatverein eingelaufen und schon getroffen. Für die Simmeringer war er damals schon eine lebende Legende.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 2176
Josef Kudin war von seinen Anhängern fast nicht wiederzuerkennen. Er hatte in den letzten Kriegsmonaten dramatisch an Gewicht verloren - der einst bullige Mittelstürmer hatte daher viel von seiner einstigen Durchschlagskraft eingebüßt. Zuvor stand Topstar Josef Kudin noch mit seiner Gulaschkanone im Krieg, ein Spieler dieser Klasse konnten die Simmeringer nicht ersetzen.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 1151
Wegen Beleidigung des Schiedsrichters wurde dem Spieler Josef Kudin (Simmering) bis zum 15. April die Spielberechtigung entzogen, berichtete die Sport Rundschau. Nach langen Jahren aus dem Krieg heimgekehrt, hatte er gerade einmal ein Meisterschaftsspiel absolviert und war nun schon wieder gesperrt.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 2800