Spielerprofil
Karl Braunsteiner
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Anekdoten & Zitate
Der 20-jährige strohblonde Mittelfeldspieler Karl Braunsteiner stach beim Spiel Wiener Sportclub - WAF (2:1) durch eine glänzende Leistung hervor. Im ersten Weltkrieg geriet er beim Fall der Festung Przemyśl in russische Kriegsgefangenschaft und verstarb bereits nach einem Monat unter grauenhaften Bedingungen in Taschkent. Nur zwei Jahre davor hatte er noch an den Olympischen Spielen in Stockholm teilgenommen.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 366-369
Karl Braunsteiner war im Spiel Sportclub - WAC (0:1) einer der besten Sportclub-Spieler. Die mühelosen Bewegungen seines schlanken, austrainierten Körpers und die gelassene, fast verächtliche Ruhe bei allen seinen Aktionen vermochten das Auge eines Ästheten zu entzücken, doch den schneidigen Angriffen Studnickas und Neumanns war der schöne Mittelläufer oft nicht gewachsen.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 445
Auch Karl Braunsteiner sollte den ersten Weltkrieg nicht überleben - er starb qualvoll in russischer Kriegsgefangenschaft in einem Lager bei Taschkent im heutigen Usbekistan.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1369
Karl Braunsteiner stoppte beim 3:0 im Spiel Sportclub - Vienna (4:1) den Ball mit der Hand, bevor er einschoss - Schiedsrichter Cornelius Hoffmann erkannte aber keinen Regelverstoß. Der Sportclub beendete diese Saison als drittbeste Mannschaft.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1674
Sportclub-Star Karl Braunsteiner begeisterte beim letzten Länderspiel gegen Italien in Mailand das italienische Publikum mit seinen Tricks und sorgte für viele offene Münder auf den Rängen. Der Beamte begann seine Karriere bei den unterklassigen Wiener Bewegungsspielern, hielt lange dem Liebeswerben mehrerer erstklassiger Vereine stand, bis er nach langem Zögern dem Sportclub beitrat - schon sein Debüt war ein voller Erfolg. Er war einer der feinsten Balltechniker seiner Zeit, beeindruckte durch sein Spielverständnis, hatte aber als Mängel geringes Körpergewicht und unausgeglichenes Temperament. Karl Braunsteiner überlebte den Ersten Weltkrieg nicht: er verteidigte im ersten Kriegsjahr mit 130.000 anderen Soldaten die Festung Przemyśl, geriet im März 1915 in russische Kriegsgefangenschaft und verendete dort nach nur wenigen Wochen unter unwürdigen Bedingungen.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1577-1579
Im Spiel Sportclub - Rudolfshügel (5:1) gelang Karl Braunsteiner ein lupenreiner Hattrick innerhalb von 22 Minuten (Elfmeternachschuss, Freistoß und nochmals Elfmeter). Es wurde Braunsteiners letztes Meisterschaftsspiel, aber das wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der damals gerade 22-jährige Sportclubstar galt als 'Jahrhunderttalent' und war auf jeder Position gleich wertvoll - einer der ersten großen Fußballspieler Österreichs, der dem Weltkrieg zum Opfer fiel.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2469-2473
Sportclub-Star Karl Braunsteiner war in Przemysl und hatte die erste Belagerung mitgemacht. Bald wurde die Festung wieder eingeschlossen und belagert, doch diesmal kam es zu keiner Befreiung mehr, und die Festung wurde von den Russen genommen. Braunsteiner ging in russische Kriegsgefangenschaft nach Kasachstan (später konkret nach Taschkent), wo er schwer erkrankt unter schlechten Bedingungen starb. Im August 1915 hatte er noch 9 Monate zu leben.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1012, 2617
Sportclub-Star Karl Braunsteiner befand sich in russischer Kriegsgefangenschaft im usbekischen Taschkent - einem für seine üblen Zustände berüchtigten Lager, wo auch Rapid-Legende Josef Schediwy gefangen war. Im März 1916 meldete sich Braunsteiner mit einer Postkarte aus Kriegsgefangenschaft in 'Turkestan' und behauptete, es würde ihm gut gehen - der Wahrheit konnte das aber nicht entsprochen haben, denn er ging bereits einen Monat darauf unter elenden Bedingungen zu Grunde. Postkartengrüße und Realität dürften daher weit auseinander gelegen haben - Kriegsgefangene waren wohl angehalten, nichts Negatives zu berichten oder wollten ihre Lieben in der Heimat nicht beunruhigen.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1012, 2349, 2617