Spielerprofil
Karl Tekusch
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Karl Tekusch galt bei Saisonbeginn 1911/12 als einer der besten Flügelstürmer der gesamten Liga. Seine Leidenschaft galt der deutschen Sprache; er widmete sich sein Leben lang der Sprachpflege und wurde nach seiner Fußballkarriere Gymnasiallehrer für Deutsch und Französisch. Er überlebte den ersten Weltkrieg als Soldat an der Front. Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt er auf Grund seiner NSDAP-Mitgliedschaft ein lebenslanges Berufsverbot als Lehrer. Er starb am 28. Dezember 1977 mittellos in einem Wiener Pflegeheim.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 20-27
Karl Tekusch und Johann Weinberg waren beim WAF Mannschaftskameraden (Bild zum Spiel WAF - Hertha 2:0), später aber politische Gegner: Karl Tekusch trat schon früh 1932 der illegalen NSDAP in Österreich bei, 10 Jahre später wurde Weinberg deportiert und ermordet. Der damals 22-jährige Tekusch verstarb am 28. Dezember 1977 unvermögend in einem Pflegeheim in Wien und wurde am 16. Januar 1978 beerdigt.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 256, 1190
Karl Tekusch erwischte im Spiel WAF - Simmering (0:1) einen eher schlechten Tag. 'Er dürfte überhaupt mit dem falschen Fuß aufgestanden sein, denn seine üble Laune war bis in die letzte Zuschauerreihe spürbar.'
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1449
Im Spiel Simmering - WAF (3:2) wurde im Sportblatt scharf kritisiert: 'Verteidiger Rudolf Axmann hatte von seiner Leistungsfähigkeit schon einiges eingebüßt. Sein Kollege Felix Tekusch konnte seine seit Jahren bestehende Unsicherheit nicht mehr durch Schnelligkeit und Temperament aufwiegen, Adolf Fischera war trotz seiner famosen Balltechnik taktisch für die Position im Mittelfeld zu schwach, Leopold Heinz zu schwerfällig, und von dem einst schnellen, beweglichen, und unermüdlich tätigen Karl Tekusch war kaum mehr ein Schatten übrig. Bei Karl Tekusch vermutete man eine geheimnisvolle Erkrankung, oder es war eine Überlastung im Studium, die Schuld an diesem unerklärlichen Formrückgang war.'
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 745
Im Spiel WAF - WAC (2:0) hatte Karl Tekusch seine Formkrise aus dem letzten Jahr überwunden und spielte jetzt wieder 'frisch und fleißig' wie in seinen besten Tagen - Teil des defensiven Mittelfelds, das mit grenzenloser Aufopferung an seiner Zerstörungsarbeit arbeitete.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1512
Bester Mann beim WAF im Spiel FAC - WAF (2:3) war wieder einmal Karl Tekusch im Mittelfeld - er war Stabilisator, Spielgestalter und Motivator in einer Person. Besonders als es kurz vor Schluss noch 2:2 stand, wurde er nicht müde, seinen Mitspielern an ihre letzten Kraftreserven zu erinnern, um den wichtigen Siegestreffer zu erzielen.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2084
Der 29-jährige Karl Tekusch, der beim Start der ersten Ligasaison 1911 zu den größten und populärsten Stars des Landes zählte, brachte nach langer Pause eine grandiose Leistung gegen Rapid und spielte so gut wie in seinen besten Zeiten - ein Grund für die sensationelle Niederlage Rapids.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4293
Der ehemalige WAF-Star verkehrte gerne im Cafe Lovrana in der Löwengasse 36 im 3. Bezirk, einem beliebten Treffpunkt alter WAF-Stars. Das Cafe war zugleich Sitz des Zionistischen Landesverbandes; die Eigentümer Anna, Herta und Josef Schwimmer wurden am 11. November 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Buchhandlung.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 106