Spielerprofil
Leopold Bode
Vereine & Saisonen
Anekdoten & Zitate
Im entscheidenden Schlagerspiel WAF - Rapid (2:2) spielte statt Stammtorhüter Isidor Emil Weinberg ein Leopold Bode, der sich sehr stark und sicher zeigte und ohne Showeinlagen die Bälle hielt, die er halten musste. Bode nahm später bei den 'Hoch- und Deutschmeistern' an der Ostfront am ersten Weltkrieg teil, überlebte und gründete 1926 im Waldviertel die Sportvereinigung Groß Siegharts. Er feierte am 8. November 1914 sein Nationalmannschaftsdebüt (1:2 gegen Ungarn), wurde aber keine große Karriere als Nationaltorhüter. In der Meistersaison 1913/14 verdrängte er Weinberg endgültig aus dem Tor und wurde mit dem WAF Meister - der erste Höhepunkt, gefolgt vom zweiten Höhepunkt im November mit dem ersten Länderspieleinsatz. Danach war seine kurze Karriere bereits wieder vorbei, der erste Weltkrieg forderte seine Opfer.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1336, 1340, 1353
Im Schlammspiel WAF - Rapid (1:1) begeisterte WAF-Torhüter Leopold Bode mit tollen Reflexen auf der Linie. Auch beim Herauslaufen zeigte er Extraklasse, als Rapid mit 3 Stürmern alleine auf sein Tor lief - er behielt die Nerven und entschärfte die kritische Situation souverän. Bei einem unglaublichen Reflex aus kurzer Distanz gegen Grundl rettete Bode, doch der Abpraller fiel Heinrich Krczal vor die Füße, der aus kurzer Distanz zum 1:0 für Rapid abzog - dagegen hatte der am Boden liegende Bode keine Abwehrchance.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2240-2245
WAF-Torhüter Leopold Bode wurde bei einem Frontbesuch beschrieben: er sah eigentlich 'wie ein besserer armer Sünder' aus, denn ein Brand in der Schützendeckung hatte ihn seiner gesamten beweglichen Habe beraubt, sodass er trotz eisigem Sturmwind weder Mantel noch Kappe trug. Beim improvisierten Fußballspiel an der Front befand er sich in prächtiger Form und warf sich auf den schlammbedeckten Boden, sodass das Wasser hoch aufspritzte. Er hatte vor diesem Spiel bereits einen Ball reißen lassen, dieses Mal verletzte Josef Haist mit einem scharfen Schuss die Hülle erneut, und musste sie zur Strafe selbst reparieren.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1746, 1756-1757
Der ehemalige Toptorhüter Leopold Bode war lange mit den Deutschmeistern im Krieg und feierte beim 2:0-Sieg gegen die Amateure ein überraschendes Comeback - der WAF-Anhang konnte endlich wieder seine 'Wiener Meisterschaftsluft schnuppern'. Bode hielt fehlerfrei und begeisterte mit tollen Reflexen, war auch beim 6:0 gegen die Hertha im Tor und kam nach seiner langen Pause direkt aus dem Krieg zu großem Erfolg. Im März 1916 befand sich Rapid in Verhandlungen mit Bode für einen Wechsel - er pflegte ein gutes Verhältnis zu Rapid-Macher Dionys Schönecker und hatte großes Interesse am Wechsel. Nach dem Krieg ging Bode ins Waldviertel und gründete 1926 den SV Groß Siegharts, kehrte ein Jahr später nach Wien zurück und wurde im Sportklub Burgtheater Leiter der Fußballsektion.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1132-1152, 1259-1273, 2236-2244