Spielerprofil
Ludwig Hussak
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-09-08 | Amateure | WAF | left_wing |
Anekdoten & Zitate
Der damals 28-jährige Flügelstürmer Ludwig Hussak erzielte im Spiel WAC - Amateure (3:1) den Ehrentreffer für die Amateure 5 Minuten vor Abpfiff. Er war einige Tage vor dem Spiel Vater eines Sohnes geworden und dürfte das erste Tor als Papa seinem Nachwuchs gewidmet haben.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 346
Im Spiel Amateure - Vienna (2:1) erzielte der charismatische Ludwig Hussak (Spitzname 'Luigi') 3 Minuten vor Abpfiff den Siegtreffer, gefeiert von der Presse als 'Prachtleistung'. Hussak war wenige Monate später Teil der olympischen Fußballmannschaft Österreichs, die Deutschland 5:1 schlagen sollte. Er war außerdem der Spieler, der das allererste Tor in der Geschichte der Wiener Austria schoss. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges endete seine hoffnungsvolle Karriere; er geriet in sibirische Kriegsgefangenschaft, von der er erst 1921 zurückkehrte. Seine Tochter Elfi wurde als Eiskunstläuferin bekannt, u.a. engagiert 1941 von der Karl-Schäfer-Eisrevue.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 895-905
Ludwig Hussak wurde bei dem von den Amateuren in Italien gewonnenen 'Pokal der Stadt Turin' (Ostern 1912) als bester Spieler des Turniers gewählt - der erste internationale Pokal einer österreichischen Mannschaft.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1029-1048
Anlässlich des Städtewettkampfes gegen Berlin beging Ludwig Hussak ein seltenes Jubiläum: er vertrat zum 25. Male Österreich/Wien. Er hatte das 29. Lebensjahr erreicht, war verheiratet und glücklicher Familienvater und huldigte schon zwölf Jahre dem Fußballsport. Nach dem Gymnasium studierte er vier Semester moderne Philologie, sattelte aber um und war seit fünf Jahren Bankbeamter. Hussak war außerdem guter Tennisspieler, Schwimmer und Bergsteiger - ein Allroundsportmann. Seinen jüngeren Mitspielern galt er als lieber Kamerad und vorzüglicher Klavierspieler und Sänger, der für Geselligkeit sorgte.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 518
Der schnelle und schussgewaltige Amateure-Legende Ludwig Hussak wurde als vermisst gemeldet - seit Anfang August gab es kein Lebenszeichen von ihm. Er wurde bereits in den ersten Kriegshandlungen von den Russen gefangen genommen und befand sich bereits in Sibirien. Erst 1921, 3 Jahre nach Kriegsende, kehrte er als damals 38-jähriger in seine Heimat zurück - mit der Fußballerkarriere war es da natürlich vorbei. Hussak überlebte auch den Zweiten Weltkrieg und starb als 81-jähriger in Wien. Er war hauptberuflich Bankbeamter, hatte vier Semester moderne Philologie studiert, und galt als der beliebteste Spieler Österreichs - auch ein guter Tennisspieler, Schwimmer, Bergsteiger, vorzüglicher Klavierspieler und Sänger.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 317-330
Nach sechs Jahren sibirischer Kriegsgefangenschaft (gefangengenommen am 26. August 1914) kehrte der Tormann/Verteidiger zurück. Eine Deputation der Amateure empfing ihn am Bahnhof und gewährte ihm 24 Stunden Schonzeit im Familienkreis. Danach marschierten alte Freunde und Sportkollegen zu "Luitschi" in sein Landstraßer Heim - ohne Tränen ging es selten ab. Viele wollten nicht fragen "Wirst du wieder spielen?", aus Angst ihn zu verletzen. Hussak war fast unverändert, nur an den Schläfen ein bisschen angegraut, trug glattrasiert wie ein "waschechter Englishman" - den ersehnten sibirischen Vollbart blieb er den Fans schuldig.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 53
In Krasnajarjetschka ("rotes Bächlein") errichtete der Spieler im Gefangenenlager selbst einen Tennisplatz und gewann dort die Lagermeisterschaft im Einzel und Doppel. Nach Beresowka gebracht, errichtete er mit Schicksalsgenossen einen Fußballplatz, auf dem sogar Länderspiele Österreich-Ungarn gegen Deutschland ausgetragen wurden. Sein "Beresowka Team" erwies sich allen Gegnern überlegen - mit dabei waren auch der spätere Rudolfshügel-Verteidiger Leopold Kiesling und WAC-Goalgetter Johann Neumann.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 55
Die Comeback-Feier des Heimkehrers fand in "Lembachers Restauration" in der Hauptstraße des 3. Bezirks statt, Beginn 19:00 Uhr, eingeladen waren Mitglieder und Freunde der Amateure.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 184
Beim 0:1 gegen den WAF feierte der Heimkehrer sein Comeback im violetten Trikot, spielte aber besonders schlecht. Er sah danach selbst ein, dass seine Zeit vorbei war, und kam nicht mehr in Betracht.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 301