Verein
WAF
WAF nahm an 13 Meisterschaften zwischen 1911 und 1926 teil (253 Meisterschaftsspiele dokumentiert).
Saisonen
Über den Verein
Der „Wiener Associations Football Club“, kurz WAF, wurde im Sommer 1910 gegründet, nachdem die Spieler des WAC beschlossen hatten, dass sie nicht länger nur hübsch geschniegelt dem Vorstand beim Regieren zusehen wollten. Sie verlangten mehr Mitspracherecht. Der WAC-Vorstand reagierte darauf ungefähr so verständnisvoll wie ein kaiserlicher Beamter auf die Bitte, künftig vielleicht etwas weniger Formulare auszufüllen.
Also nahmen die Spieler ihr Schicksal selbst in die Hand und gründeten kurzerhand ihren eigenen Verein. Wenn man schon nicht mitreden durfte, dann eben im eigenen Wohnzimmer. So entstand der WAF – gewissermaßen die erste große Fußball-Revolution Österreichs, allerdings mit deutlich mehr Lederbällen und deutlich weniger Barrikaden.
Das Erstaunliche daran: Die Herren, die den WAC verlassen hatten, waren keine dahergelaufenen Freizeitkicker. Sie gehörten schon vorher zur europäischen Spitzenklasse. Mit anderen Worten: Der WAF war von Anfang an kein Baby, sondern ein ausgewachsener Stier. Während andere Vereine mühsam versuchten, sich einen Namen zu machen, spazierte der WAF in die neue Meisterschaft hinein und benahm sich, als gehöre ihm der Laden ohnehin.
Und ehrlich gesagt: Ganz unrecht hatten sie nicht.
Die Mannschaft spielte regelmäßig in den höchsten Regionen der Tabelle mit und gehörte zu den großen Namen des österreichischen Fußballs. Vermutlich gab es damals Menschen, die ernsthaft glaubten, der WAF würde bis ans Ende aller Tage Titel sammeln wie andere Leute Briefmarken.
Dann kam allerdings die Geschichte dazwischen. Und die hatte bekanntlich wenig Sinn für romantische Fußballmärchen.
Der Erste Weltkrieg forderte zahlreiche Opfer, viele große Spieler kehrten nicht mehr zurück, und auch der Tod des Kaisers während des Krieges markierte das Ende einer ganzen Epoche. Während sich andere Vereine nach und nach wieder aufrappelten, schien dem WAF nach dem Krieg irgendwie die Magie ausgegangen zu sein. Man war plötzlich nicht mehr die stolze Fußballmacht von einst, sondern eher der ältere Herr, der im Kaffeehaus immer wieder erzählt, wie er vor zwanzig Jahren beinahe alle ausgedribbelt hätte.
Der sportliche Niedergang ließ nicht lange auf sich warten. Es folgte der Abstieg, und schließlich verschwand der einstige Spitzenverein ganz von der Bildfläche. So schnell kann es gehen. Gestern europäische Elite, heute praktisch ein Fall für nostalgische Stammtischgespräche.
Zwar wurde kurz darauf ein neuer WAF gegründet, und dieser existiert erfreulicherweise bis heute. An die alten Glanzzeiten konnte man allerdings nie wieder anschließen. Es verhielt sich ein wenig wie bei einem Schauspieler, der einst Hollywood-Star war und Jahre später hauptsächlich dadurch auffällt, dass er gelegentlich Autogramme auf alten Schwarz-Weiß-Fotos unterschreibt.
Seine Heimat hatte der WAF in Hütteldorf, direkt neben dem Rapid-Platz, unmittelbar beim Hütteldorfer Bahnhof. Man spielte meist in roten Trikots, was die Nachbarn von Rapid vermutlich als geschmackliche Provokation empfanden. Die Hütteldorfer Gegend war damals ohnehin eine Art Fußball-WG, in der zwei große Vereine Tür an Tür wohnten. Man konnte praktisch aus Versehen aus dem Zug steigen, sich verlaufen und plötzlich entweder beim WAF oder bei Rapid auf der Tribüne landen.
Anekdoten
Johann Andres vom WAF wurde in der Anfangszeit des Wiener Fußballs 'Cricketer Hansl' genannt.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 135
Karl Tekusch galt bei Saisonbeginn 1911/12 als einer der besten Flügelstürmer der gesamten Liga. Seine Leidenschaft galt der deutschen Sprache; er widmete sich sein Leben lang der Sprachpflege und wurde nach seiner Fußballkarriere Gymnasiallehrer für Deutsch und Französisch. Er überlebte den ersten Weltkrieg als Soldat an der Front. Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt er auf Grund seiner NSDAP-Mitgliedschaft ein lebenslanges Berufsverbot als Lehrer. Er starb am 28. Dezember 1977 mittellos in einem Wiener Pflegeheim.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 20-27
Der damals 23-jährige Adolf Fischera, Pseudonym „Ra“, erzielte beim Spiel WAF - Rudolfshügel 3:0 zwei Tore und galt als einer der spielstärksten österreichischen Fußballer der Vorkriegszeit, ein wunderbarer Techniker und Dribbler. Am Ende der Saison verpasste er um nur 2 Tore die Torjägerkrone.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 103
Der 24-jährige WAF-Stürmer Johann Andres wurde in der 80. Minute des Spiels Wiener Sportclub - WAF (2:1) des Feldes verwiesen. Andres galt vor dem 1. Weltkrieg als bester linker Flügelstürmer Österreich-Ungarns, war flink und leichtgewichtig und harmonierte trotz fehlender Schusskraft hervorragend mit Fischera und Studnicka. Er galt als perfekter 'Fußball-Clown', dessen gefinkelte Spielweise das Publikum köstlich amüsierte, die Gegner aber zur Weißglut brachte. Eine Meniskusverletzung im rechten Knie, die er sich gegen die Vienna zuzog, beendete Ende 1912 seine Karriere viel zu früh.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 360-362
Vor dem Spiel WAF - Rapid (1:2) war der Einsatz von Verteidiger Felix Tekusch unsicher - er galt als bester Abwehrspieler der Liga, erkrankte aber in der Vorwoche mit seinem Bruder Karl Tekusch. Er spielte angeschlagen und die Presse schrieb von einer schlampigen Deckungsarbeit; man sah ihm an, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 427-428
Engelbert König traf beim Spiel WAF - Rapid (1:2) zum 1:1-Ausgleich nach Vorlage von Richard 'Little' Kohn. Danach kam es zum unsportlichen Duell zwischen König und dem Rapidler Josef Jech, als König ihm in die Kniescheibe trat. Jech blieb schwer verletzt liegen, was die Rapid-Fans so erzürnte, dass sie den Rasen stürmten und Schiedsrichter Gustav Schmidt die Partie in der 87. Minute abbrechen musste.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 442-526
Cornelius Hoffmann, der vor 8 Jahren einmal ein Länderspiel absolvierte, war Schiedsrichter beim Spiel Simmering - Wiener Sportclub (2:4) und wurde danach vom Simmeringer Anhang beim Gang in die Kabine verprügelt (Fußtritte und Ohrfeigen), obwohl er fair gepfiffen hatte. Wenige Wochen später, im Spiel Simmering - WAF (3:5), erzielte Cornelius Hoffmann - nun als Spieler des WAF - selbst das frühe 1:0 gegen Simmering, was als sportliche Rache an dem Verein gewertet wurde, dessen Publikum ihn verprügelt hatte.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1100-1106, 1263
WAF-Torhüter Karl Krof rutschte beim Gegentor zum 1:0 für den FAC (Spiel FAC - WAF 1:1) bei einem völlig harmlosen Angriff über links 'das Herz in die Hose'. Das Sportblatt schrieb: 'Er ließ sich den Ball in die Hände passen, anstatt vorher selbst einzugreifen, griff dann aber in der Aufregung daneben und das Malheur war schon geschehen.' Mit diesem Unentschieden war der WAF endgültig aus dem Titelrennen.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1654-1668
In der hektischen Schlussphase des Spiels FAC - WAF (1:1) entpuppte sich der gut gebaute WAF-Stürmer Engelbert König als 'König der Fehlschüsse'. In den letzten Minuten der Partie nahm er die verspielte Titelchance seiner Mannschaft mit schwarzem Humor: er zog vor seinen Fans noch ein paar Späßchen ab und sorgte so für Heiterkeit unter dem eigentlich enttäuschten WAF-Publikum.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1666-1672
Karl Krof vom WAF schupft in den Ruhepausen ein goldenes Schwein von einer Hand in die andere, während Viktor Müller vom Wiener Sportclub einer altbewährten rosaroten Sau vertraute, welche in der Torecke stand.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1293
Der WAF verstärkte sich in der Sommerpause 1912 mit dem rechten Flügelstürmer Karl Lanzer von der Hertha. Beim 4:1-Testspielsieg gegen die Cricketer gelang ihm ein Tor und er konnte sich gut einfügen. Glücklich wurde er beim WAF aber nicht; im Frühjahr lief er bereits wieder für die Hertha auf.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 199
Der WAF fand für sein Torhüterproblem den 24-jährigen Johann 'Isidor Emil' Weinberg von der Ersatzbank der Vienna, der bereits ein Mal in die Startformation der Nationalmannschaft geschafft hatte, sich aber gegen Roland Steinbrecher nicht durchsetzen konnte. Beim WAF zeigte er eine großartige Leistung im Spiel WAF - Hertha (2:0). Weinberg wohnte später in der Glockengasse 9 im 2. Bezirk und wurde am 27.5.1942 nach Maly Trostinec bei Minsk deportiert, wo er von den Nationalsozialisten direkt nach seiner Ankunft am 1.6.1942 ermordet wurde.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 250-256
Karl Tekusch und Johann Weinberg waren beim WAF Mannschaftskameraden (Bild zum Spiel WAF - Hertha 2:0), später aber politische Gegner: Karl Tekusch trat schon früh 1932 der illegalen NSDAP in Österreich bei, 10 Jahre später wurde Weinberg deportiert und ermordet. Der damals 22-jährige Tekusch verstarb am 28. Dezember 1977 unvermögend in einem Pflegeheim in Wien und wurde am 16. Januar 1978 beerdigt.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 256, 1190
Das 17-jährige Abwehrtalent Aladar Ronnert debütierte im Spiel WAF - WAC (2:3) beim WAF. Er schaffte es 1915 zu Rapid (1 Einsatz, 3:1 Heimsieg gegen Hertha), wurde danach wahrscheinlich als Soldat eingezogen, machte nach dem Krieg aber Karriere - nicht als Fußballer, sondern als Stummfilmregisseur. Zwischen 1920 und 1924 brachte er 4 Filme heraus: 'Reinheit', 'Ihre Liebe war ihr Tod', 'Aus tiefer Nacht' und 'Das Recht auf den Tod'. Ronnert überlebte beide Weltkriege und starb 1970.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 313, 325
Der 17-jährige Aladar Ronnert, später Stummfilmregisseur, war im Spiel Simmering - WAF (1:6) der letzte WAF-Torschütze in der Reihe.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 365
Aladar Ronnert wurde im Spiel WAF - Simmering (0:1) als gelernter Verteidiger wieder einmal in die Mittelstürmerposition beordert, wo er sich überhaupt nicht zurechtfand. Das Sportblatt schrieb: 'Seine Ungeschicklichkeit ist schwer zu überbieten.'
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1449
Adolf Fischera erzielte das Führungstor im Spiel WAF - WAC durch einen sehenswerten Volleyschuss in der 12. Minute, ehe der WAC die Partie drehte.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 315
Adolf Fischera gefiel sich im Spiel WAF - WAC (2:3) in trickreichen und akrobatischen Aktionen, die aber zu nichts führten und nur für kurzen Szenenapplaus sorgten, während die WAC-Spieler mannschaftsdienlicher und kompakter agierten und damit mehr Erfolg hatten.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 319
Der einst so hochgelobte Johann Andres spielte im Spiel WAF - WAC (2:3) viel zu eigensinnig und vertändelte auf der linken Seite oft seine Bälle. Sein Elfmetertreffer in Minute 80 resultierte aus einem Geschenk des Schiedsrichters Max Reichsfels, der schon Mitleid mit dem WAF gehabt haben dürfte.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 315, 319
Felix Tekusch erwischte einen schlechten Tag im Spiel WAF - Simmering (0:1) und konnte beim entscheidenden Gegentor gegen die atemberaubende Schnelligkeit von Johann Ehrlich nichts ausrichten.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1451
Karl Tekusch erwischte im Spiel WAF - Simmering (0:1) einen eher schlechten Tag. 'Er dürfte überhaupt mit dem falschen Fuß aufgestanden sein, denn seine üble Laune war bis in die letzte Zuschauerreihe spürbar.'
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1449
Im entscheidenden Schlagerspiel WAF - Rapid (2:2) spielte statt Stammtorhüter Isidor Emil Weinberg ein Leopold Bode, der sich sehr stark und sicher zeigte und ohne Showeinlagen die Bälle hielt, die er halten musste. Bode nahm später bei den 'Hoch- und Deutschmeistern' an der Ostfront am ersten Weltkrieg teil, überlebte und gründete 1926 im Waldviertel die Sportvereinigung Groß Siegharts. Er feierte am 8. November 1914 sein Nationalmannschaftsdebüt (1:2 gegen Ungarn), wurde aber keine große Karriere als Nationaltorhüter. In der Meistersaison 1913/14 verdrängte er Weinberg endgültig aus dem Tor und wurde mit dem WAF Meister - der erste Höhepunkt, gefolgt vom zweiten Höhepunkt im November mit dem ersten Länderspieleinsatz. Danach war seine kurze Karriere bereits wieder vorbei, der erste Weltkrieg forderte seine Opfer.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1336, 1340, 1353
WAF-Verteidiger Felix Tekusch zeigte sich im Schlagerspiel WAF - Rapid (2:2) in besonders glänzender Form und gewann so gut wie alle Zweikämpfe.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1342
WAF-Spieler Otto Übleis attackierte im Spiel FAC - WAF (2:3) - wie später Manchester-United-Legende Eric Cantona - einen schimpfenden Zuschauer und wurde ausgeschlossen. Übleis war ein neues Talent, das in der nächsten Saison Teil der Meistermannschaft werden sollte.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1481, 1638
Der ehemalige Rapid-Stürmer von 1909 und damals 24-jährige August Lejolle kam im Spiel Vienna - WAF (1:2) zu einem seiner wenigen Einsätze und traf in der 53. Minute. Er konnte sich aber nicht durchsetzen und war in der nächsten Meistersaison nicht mehr Teil des Kaders.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1481, 1636
WAF-Torhüter Isidor Emil Weinberg patzte im Spiel Vienna - WAF (1:2): er drehte sich den Ball nach einer Abwehr durch ein Eigentor selbst in das eigene Tor und ermöglichte so mit dem Pausenpfiff den 1:1-Ausgleich der Vienna.
Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1483
Im Spiel WAF - FAC (5:4) kam Adolf Fischera 15 Minuten zu spät, und der WAF musste in dieser Zeit nur mit 10 Mann spielen. Fischera konnte sich da von seinen Mitspielern und den Zuschauern einiges anhören - selbst ein Star wie er hatte nicht die absolute Narrenfreiheit, wenn er nicht pünktlich zum Anpfiff erschien.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 205
In der Vorbereitung auf die Saison 1913/14 machte sich das Sportblatt Sorgen um Adolf Fischera: 'Traurig ist es um Fischera bestellt. Der früher so graziöse, bewegliche Spieler, für den es einfach keine Schwierigkeiten gab, ist geradezu plump geworden. Wenn er sich nicht entschließt, durch energisches Training den Erscheinungen des Älterwerdens Einhalt zu gebieten, ist seine Rolle im Wiener Fußballsport ausgespielt.'
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 82
Beim 4:5-Sieg des WAF gegen den FAC war der damals erst 19-jährige Josef Haist derjenige beim WAF, der seine Mitspieler immer wieder neu motivieren konnte und unermüdlich antrieb - er ging erfolgreich in die Zweikämpfe und holte sich oft aussichtslos erscheinende Bälle, und riss so seine Mannschaftskameraden mit.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 207
Beim WAF trat zum ersten Mal so etwas wie ein Trainer offiziell in Erscheinung: der damals 34-jährige Max Leuthe. Er war ein prominenter Vertreter der ersten österreichischen Spielergeneration, Nationalspieler und Mitbegründer der späteren Wiener Austria, bevor er als Journalist und Karikaturist zu einem wichtigen Chronisten der Anfänge des Fußballs in Österreich wurde. Seine sportliche Karriere beendete er 1907 und nahm wegen seines Lebenswandels stark an Gewicht zu. 1910 war er an der 'Palastrevolution' beteiligt, als sich die Fußballsektion von den Cricketern abspaltete und die spätere Wiener Austria gründete - er schrieb auch den Text der neuen Klubhymne. In dieser Zeit feierte er viele Champagnerpartys in bester Gesellschaft und machte das Wiener Nachtleben unsicher. Im Sommer 1914 musste er als Soldat in den Krieg, danach schlug er die Laufbahn eines Sportjournalisten ein. Er führte auf Grund vermögender Väter (Vater und Stiefvater) einen sehr aufwendigen Lebensstil, der erst mit dem Tod des Stiefvaters 1930 endete, als die Zahlungen ausblieben.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 937-941, 947
Beim 5:1-Sieg des WAF über die Vienna brachte Johann Schwarz den WAF schon in der 15. Minute nach Vorarbeit von Cargnelli in Führung. Wenig später krachte ein Bombenschuss von Schwarz an die Stange. Augenblicke darauf traf der WAF erneut zum 2:0 - ob Torschütze nun Haist oder Schwarz war, ließ sich nicht mehr klären, da Schwarz selbst mit dem Ball in das Netz sprang. Das 3:0 in der 34. Minute besorgte wieder Johann Schwarz.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 943
Josef Haist brach sich in einem Testspiel auf hart gefrorenem Boden in der Vorbereitung auf die Frühjahrssaison 1914 das Bein - eine empfindliche Schwächung für den WAF, denn Haist war zu diesem Zeitpunkt in Hochform und der einzige WAF-Spieler in der Nationalmannschaft. Im Elisabethspital gab er kurz vor Saisonbeginn dem Sportblatt ein Interview und erzählte über seine Anfänge im Fußball, die vor 7 Jahren mit Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft und einem Fetzenball aus der 'Hausindustrie' begannen. 3 Jahre später, mit 15, schloss er sich seinem ersten Verein an, der Normannia aus Simmering - dem Verein, in dem auch Simmerings Goalgetter Josef Kudin entdeckt wurde. Bevor Haist zum WAF wechselte, spielte er noch kurze Zeit bei einem Verein mit dem klingenden Namen Neptun. Mit Rührung sprach Haist von den Sympathiebeweisen nach dem Unfall und hob die aufopfernde Pflege im Krankenhaus hervor.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1192, 1305-1313
Der WAF verstärkte sich mit dem 21-jährigen Stürmer Franz Heinzl aus Stockerau, der sich vor allem mit Durchschlagskraft und außergewöhnlichem Schussvermögen auszeichnete und schon im Testspiel zwei Tore beim 4:1-Sieg gegen die Vienna erzielte. Beim Transfer kam es zu Ungereimtheiten, die fast vor Gericht endeten, da die Stockerauer ihn nicht so einfach ziehen lassen wollten - am Ende setzten sich Heinzl und der WAF durch. Sein Schicksal war ein trauriges: gerade als seine Karriere Schwung aufnahm (Einberufungen in die Wiener Auswahl und in die Nationalmannschaft zum Spiel gegen Ungarn am 3. Mai 1914), brach der Erste Weltkrieg aus, und Heinzl musste daran teilnehmen. Er überlebte, war aber gesundheitlich schwer angeschlagen - an das Fußballspielen war nicht mehr zu denken. Am 16. Mai 1922 erlag er einem Lungenleiden, das er sich im Krieg zugezogen hatte, mit nur 30 Jahren.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1284-1290
Im Spiel WAF - Hertha (2:1) wurde der gelernte WAF-Verteidiger Rudolf Axmann auf seine alten Tage noch in den Angriff beordert. Das Sportblatt schrieb: 'Ein Missgriff war die Aufstellung Axmanns als Stürmer. Der Mann hat Jahre hindurch treu und fleißig in der Verteidigung gedient und jetzt verlangt man von ihm auf einmal Initiative, Beweglichkeit, Schnelligkeit, kurz alle Stürmerqualitäten; das ist ein Unrecht gegen einen alten Herrn.'
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1391
Im Spiel WAF - Hertha (2:1) debütierte Alois Kvitek als Verteidiger und machte seine Sache sehr gut. Kraft, Stoßvermögen, viel Eifer, aber wenige taktische Fähigkeiten waren seine Vorzüge und Schwächen.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1395
Georg Heiss hatte alle Vorzüge und Nachteile der Jugend - er verfügte über wenig Übersicht, spielte aber sehr schnell und aggressiv. Sein kompromissloses Attackieren brachte selbst die besten Gegenspieler in Verlegenheit, und er konnte den Ball über mehrere Stationen hinweg nachjagen, bis er ihn wieder erobert hatte. Diese kraftraubende Spielweise war nur durch seine jugendliche Energie möglich - manche Beobachter bemerkten, Georg Heiss brächte die Leistung von zwei Spielern.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1512
Sein Tor zum 2:0 in der 78. Minute gegen den WAC resultierte aus einem Gewaltschuss, wie man ihn in Wien noch nie gesehen hatte. Franz Heinzl zeigte sich in seinen Bewegungen sehr langsam und unbeweglich, aber seine genauen Pässe quer über das Feld konnten dem Spiel manch überraschende Wendung geben, und kam er aus aussichtsreicher Position zum Schuss, gab es immer 'Alarmstufe Rot' in der gegnerischen Abwehr - es hat eben jeder Spieler seine Stärken und Schwächen.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1514
Beim Rekord-Länderspiel Österreich gegen Ungarn (2:0) vor 22.000 Zuschauern (19.627 zahlende - ein neuer Besucherrekord) am WAC Platz erzielte Adolf Fischera beide Tore in der ersten Halbzeit (19. und 34. Minute). Das Sportblatt schrieb euphorisch: 'Endlich!! Wie eine Erlösung, wie eine Befreiung wirkte der langersehnte Sieg der österreichischen Mannschaft gegen die in den letzten Jahren vom Kriegsglück recht verwöhnten Ungarn.' Es war das letzte Länderspiel vor dem Ersten Weltkrieg.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2021-2046
Im Spiel Sportclub - WAF (3:2) stellte WAF-Trainer Max Leuthe für den Stürmer Franz Heinzl (der mit 'Heimweh' nach Stockerau dem WAF nicht mehr zur Verfügung stand) den defensiven Mittelfeldspieler Georg Heiss auf und ließ auf dessen Position den Neuling Hubac spielen. Das sollte spielentscheidend werden, denn Hubac stellte einen neuen 'Langsamkeitsrekord im Fußball' auf, wurde vom Sportblatt höhnisch bemerkt - er war seinem unmittelbaren Gegenspieler Karl Braunsteiner hoffnungslos unterlegen, und dieser Unterschied entschied das Spiel. Nach 50 Minuten wurde Hubac an den rechten Flügel beordert, wo er den wenigsten Schaden anrichten konnte.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2384-2396
Stürmerstar Franz Heinzl bekam vor dem entscheidenden Spiel gegen den Sportclub 'Heimweh' nach Stockerau und gab bekannt, dem WAF nicht mehr zur Verfügung zu stehen - böse Zungen behaupteten, er wolle damit den Wechsel zu einem anderen Wiener Verein erzwingen. Später wurde Heinzl im Bild beim Freundschaftsspiel des WAC beim SV Stockerau gezeigt - der an Heimweh erkrankte Ex-WAF-Stürmer war zurück an seiner alten Wirkungsstätte. Durch sein 'Heimweh' versäumte er den Titelgewinn des WAF im letzten Meisterschaftsspiel.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2382-2383, 2851
Im Spiel Simmering - WAF (3:2) wurde im Sportblatt scharf kritisiert: 'Verteidiger Rudolf Axmann hatte von seiner Leistungsfähigkeit schon einiges eingebüßt. Sein Kollege Felix Tekusch konnte seine seit Jahren bestehende Unsicherheit nicht mehr durch Schnelligkeit und Temperament aufwiegen, Adolf Fischera war trotz seiner famosen Balltechnik taktisch für die Position im Mittelfeld zu schwach, Leopold Heinz zu schwerfällig, und von dem einst schnellen, beweglichen, und unermüdlich tätigen Karl Tekusch war kaum mehr ein Schatten übrig. Bei Karl Tekusch vermutete man eine geheimnisvolle Erkrankung, oder es war eine Überlastung im Studium, die Schuld an diesem unerklärlichen Formrückgang war.'
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 745
Im Spiel WAF - WAC (2:0) hatte Karl Tekusch seine Formkrise aus dem letzten Jahr überwunden und spielte jetzt wieder 'frisch und fleißig' wie in seinen besten Tagen - Teil des defensiven Mittelfelds, das mit grenzenloser Aufopferung an seiner Zerstörungsarbeit arbeitete.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1512
Bester Mann beim WAF im Spiel FAC - WAF (2:3) war wieder einmal Karl Tekusch im Mittelfeld - er war Stabilisator, Spielgestalter und Motivator in einer Person. Besonders als es kurz vor Schluss noch 2:2 stand, wurde er nicht müde, seinen Mitspielern an ihre letzten Kraftreserven zu erinnern, um den wichtigen Siegestreffer zu erzielen.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2084
Im Schlammspiel WAF - Rapid (1:1) spielte Anton Cargnelli statt im Mittelfeld in der Verteidigung, und das war eine gute Entscheidung von WAF-Trainer Max Leuthe, denn hier spielte er bedeutend besser als eine Linie davor.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2240
Im Schlammspiel WAF - Rapid (1:1) begeisterte WAF-Torhüter Leopold Bode mit tollen Reflexen auf der Linie. Auch beim Herauslaufen zeigte er Extraklasse, als Rapid mit 3 Stürmern alleine auf sein Tor lief - er behielt die Nerven und entschärfte die kritische Situation souverän. Bei einem unglaublichen Reflex aus kurzer Distanz gegen Grundl rettete Bode, doch der Abpraller fiel Heinrich Krczal vor die Füße, der aus kurzer Distanz zum 1:0 für Rapid abzog - dagegen hatte der am Boden liegende Bode keine Abwehrchance.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2240-2245
Der Torschützenkönig der ersten Saison 1911/12 (als Vienna-Spieler) und frischgebackene Meister von 1913/14 (als WAF-Spieler), Johann Schwarz, erlitt im Kampf eine schwere Verletzung, an deren Folgen er auf dem Transport nach Wien starb. Geborener Prager, galt er als einer der ersten Stars der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft und Gerüchten zufolge als bestbezahlter Fußballer Österreichs - seine Stärken waren Schnelligkeit, enorme Schusskraft und er war ein Spezialist für Volleytore. WAC-Spieler Karl Henlein bestätigte unter großer Bewegung den Tod von Schwarz, der, ohne noch einen Schuss abgegeben zu haben, durch einen Kopfschuss fiel.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 28, 159, 838
Isidor Gansl war einer von 5 Gansl Brüdern von der Hakoah, der 1914 mit seinem Bruder Max den Sportclub Unitas gründete und wenige Wochen später zum amtierenden Meister WAF wechselte. Im Spiel WAF - Rudolfshügel (7:1) erzielte der damals 19-jährige als Mittelfeldspieler beginnende Gansl das 3:0 und das 7:0. Nach dem Krieg ging er zu Ferencvaros, Hakoah Wien, Makkabi Czernowitz und Hakoah Graz, lief 1923 einmal für Rumäniens Nationalmannschaft auf und erzielte dabei zwei Tore. 1929 ging er als Trainer nach Tunesien zu US Tunisienne, holte dort dreimal den Meistertitel, erkrankte aber schwer mit Lähmungserscheinungen und verstarb 4 Jahre später in Wien mit nur 42 Jahren.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 177, 2308, 2360-2364
Felix Tekusch, der prominente Bruder von Karl Tekusch, war als 25-jähriger nun auch Soldat und brachte es auf 9 Länderspiele. Im Oktober 1914 schrieb er von Cilli (heute Celje, Slowenien): 'Ich spiele und trainiere hier fleißig beim hiesigen Athletiksportclub. Da ich einer Skiabteilung als Leiter zugeteilt bin, werde ich noch einige Zeit hier sein und dann im Winter Aufklärungsdienst auf den Brettern versehen.' Später erlitt er beim Schifahren eine Sehnenentzündung und wurde an die Ostfront versetzt, wo er bei einer von ihm geführten Patrouille 8 russische Soldaten gefangen nahm und ungeheure Schneefälle, Stürme und 10-15 Grad Kälte erlebte. Er schrieb: 'Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier und der Fußball hat mich hart gemacht.' Im März 1915 schrieb er: 'Für die russischen Gralschützen ein schlechter und zu beweglicher Zielpunkt zu sein. Wünsche Euch allen viel Glück zur Kriegsmeisterschaft.' Wenig später wurde er mit der kleinen und großen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und zum Leutnant befördert. Nach dem Kriegseintritt Italiens wurde er an die Dolomitenfront versetzt, wo er im Mai 1916 während der gescheiterten Südtiroloffensive (Ziel: Erreichen der italienischen Tiefebene und Venedig) fiel - die Offensive brachte 44.000 Mann Verluste, Tekusch war einer von ihnen.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 598-601, 1308-1310, 1471-1473, 2015
WAF-Stürmer Leopold Heinz nahm an der Schlacht bei Lemberg teil und war wohlauf. Er schrieb dem Sportblatt: 'Mit Bedauern erhielt ich die Nachricht, dass einige meiner Fußballerkollegen auf dem Felde der Ehre gefallen sind. Ehre ihrem Angedenken! Zu den Resultaten gegen Berlin und gegen Ungarn beglückwünsche ich die Wiener Fußballgemeinde. Mit einem kräftigen Hipp Hipp hurrah! dem österreichischen Fußballsport.' Heinz überlebte den Krieg und spielte noch bis 1923 erstklassig beim WAF.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 604, 876
WAF-Torhüter Leopold Bode wurde bei einem Frontbesuch beschrieben: er sah eigentlich 'wie ein besserer armer Sünder' aus, denn ein Brand in der Schützendeckung hatte ihn seiner gesamten beweglichen Habe beraubt, sodass er trotz eisigem Sturmwind weder Mantel noch Kappe trug. Beim improvisierten Fußballspiel an der Front befand er sich in prächtiger Form und warf sich auf den schlammbedeckten Boden, sodass das Wasser hoch aufspritzte. Er hatte vor diesem Spiel bereits einen Ball reißen lassen, dieses Mal verletzte Josef Haist mit einem scharfen Schuss die Hülle erneut, und musste sie zur Strafe selbst reparieren.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1746, 1756-1757
Josef Haist, gerade erst von einer schweren Verletzung vor der Frühjahrssaison 1914 genesen, musste fast vom Krankenbett direkt in den Krieg ganz vorne an die Front im Osten und erlebte dort in einem schweren Gefecht seine Feuertaufe - er blieb unverletzt, erkrankte aber und lag wieder im Krankenbett. Bei einem Frontbesuch wurde er beschrieben: er schlenderte 'seelenvergnügt' über die Straße und kaute an einem mächtigen Stück Kriegsbrot, mit frischer Gesichtsfarbe und vollen, runden Backen als Beweis dafür, dass die Wiener Küche selbst im Felde nicht völlig versagte. Wegen seines gebrochenen Haxels wurde er nur zu leichteren Diensten herangezogen, war bei Vorgesetzten gleich beliebt und es fehlte ihm zur vollen irdischen Glückseligkeit nur das regelmäßige Fußballspiel. Im Mai 1915 schrieb er von der russisch-polnischen Front: 'Wir haben auf unserem Armee Gepäcksmarsch an die Weichsel noch einige Stacheldrahthürden zu nehmen, rasten auf dieser Stelle einige Zeit aus, um dann sicher im Spurt die letzte Etappe überwinden zu können.'
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 177, 1238, 1748, 2421
Adolf Fischera schrieb von der Front: 'Eine sehr große Freude bereitet mir das Illustrierte Österreichische Sportblatt, welches mir geschickt wurde und noch mehr Freude hatte ich an unserer Mannschaft. Also nur fleißig drauf los, damit, wenn ich zurück komme - Gott gebe es - gleich mit eingreifen kann.' Er fragte besorgt nach, ob Johann Schwarz tatsächlich gestorben sei: 'Der arme Kerl. Gott mit ihm.' Der damals 26-jährige, der als Kadett-Aspirant des Telegraphen-Regiments schon Fronterfahrung hatte, vermählte sich am 25. November 1914 mit Fräulein König, der Schwester des Spielers Engelbert König, in der Roßauer Kaserne - Trauzeugen waren A. Steinhardt und Heinrich Retschury. Fischera überlebte den Krieg, kehrte zum SC Germania Schwechat zurück und stellte beim 21:0-Kantersieg im ÖFB-Cup gegen den SC Tulln mit neun Toren einen bis heute unerreichten Rekord auf. 1920 ging er nach Borussia Neunkirchen ins Saarland als Spielertrainer, gewann den Süddeutschen Pokal 1921 und die erste Saarmeisterschaft, kehrte 1922 nach Wien zurück, spielte für WAF und Vienna, wurde Cupsieger und Vizemeister, kam zu insgesamt sechs Länderspielen (inklusive eines Doppelpacks gegen die Schweiz), und arbeitete danach als Telegraphenbeamter. Er erlag 50-jährig am 25. August 1938 einem Herzanfall in Klosterneuburg.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 419-426, 1002, 1052-1056
Der ehemalige Verbandsvertreter des WAF, Dr. Richard Leo Grünfeld, erkrankte an der Front an der Ruhr und verstarb am Rücktransport nach Wien in Göding (heute Hodonín). Das Sportblatt schrieb über den damals 39-jährigen: 'Der Verblichene, ein warmer Freund unseres Sports, hat sein teures Leben nicht umsonst geopfert. Als Mediziner hat er hunderten Verletzten geholfen, nur sich selbst konnte er nicht helfen. Ein edler Mensch ist dahingegangen.' Grünfeld bestand am 12. Juli 1893 die Matura und promovierte 1899. Sein Vater Josef Grünfeld (1840-1910) galt als Pionier der Endoskopie in Wien, Mutter Sofie organisierte Ferienheime für bedürftige jüdische Waisenkinder. Neben dem Fußball gehörte seine zweite Liebe dem Theater, insbesondere dem Burgtheater (Hauptperiode 1888-1894); erst danach entdeckte er den Fußball für sich. Der WAF würdigte ihn: 'Sonntag für Sonntag konnte man ihn auf dem WAF Platze sehen. Stets war er um das Wohl und die Gesundheit der Spieler besorgt und sogleich hilfreich bei der Hand, wenn einem Fußballer ein kleiner Unfall zustieß.'
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 307-315
Karl Krof, der ehemalige und viel gescholtene WAF-Torhüter der ersten Saison 1911/12, der damals beschuldigt wurde, durch einen Torwartfehler dem Verein den Meistertitel gekostet zu haben, wurde in der Schlacht bei Krasnik verwundet und geriet in russische Gefangenschaft. Im März 1915 sandte er eine Postkarte aus Sibirien (Dauria, am östlichen Dreiländereck Russland-Mongolei-China) - er wurde von zwei Schrapnellkugeln am linken Unterschenkel schwer verletzt, ginge ihm aber den Umständen entsprechend gut.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1008, 1543
Franz Heinzl traf in den zwei Spielen des Osterpokals 1915 gleich 5 Mal und stellte seine Torjägerqualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Im Mai 1915 vergab er einen Elfmeter im Länderspiel gegen Ungarn und das Sportblatt schrieb von einer 'Null'. Im letzten Saisonspiel WAF - Hertha (3:2) traf Heinzl gleich dreimal: zum 1:1, 2:1 und 3:1. Der gebürtige Stockerauer, der in der Saison 1913/14 noch starkes Heimweh nach Stockerau hatte, wurde beim WAF zum Topstürmer - im Krieg war er froh, in Wien Fußball spielen zu dürfen, statt an der Front kämpfen zu müssen. Sein letztes Meisterschaftsspiel bestritt er am 25. August 1918 (5:2 gegen FAC), bei dem er einen Elfmeter vergab, aber doch traf. Er verstarb am 16. Mai 1922 nach einem langen schweren Leiden, das er sich im Krieg zuzog, mit nur 30 Jahren in Stockerau.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 571, 1426, 1837, 2228, 2364, 2537-2544
Beim WAF debütierte 1915 Innenverteidiger Fritz Levitus, der bis 1917 für den WAF spielte und Anfang der 20er Jahre zur Hakoah ging. Mitte der 30er Jahre schlug er die Trainerlaufbahn ein und ging zum FK Vojvodina nach Jugoslawien. 1938 wechselte er in die Tschechoslowakei zu Maccabi Brünn. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Tschechoslowakei 15./16. März 1939 wurde sein Verein aufgelöst - über sein Schicksal danach war nichts mehr bekannt.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1422
WAF-Innenverteidiger Karl Rumbold, damals 21 Jahre alt, kam von der Vienna und lieferte in der vergangenen Saison einige hochklassige Leistungen ab. Nach seiner Karriere ging er als Trainer nach Italien: in der Saison 1932/33 trainierte er den FC Genua und erreichte mit ihm in Italiens höchster Spielklasse den 8. Platz. Im Krieg bis Juni 1940 war er in Frankreich beim RC Strasbourg (das damals zum Deutschen Reich gehörte), nach dem Zweiten Weltkrieg verschlug es ihn nach Spanien zu Sporting Gijon. Rumbold starb am 28. Oktober 1965.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1428
Heinrich Oppenheim kam beim 2:1-Sieg von Rapid gegen den WAF erstmals zum Einsatz - ein Weltkriegsteilnehmer der ersten Stunde, der vor dem Krieg bei der Vienna spielte und kriegsbedingt eine lange Auszeit hatte. In diesem Spiel zog er sich, bereits im Krieg verwundet, eine Handfraktur zu. Er spielte mit gebrochener Hand und großen Schmerzen weiter und sackte erst beim Schlusspfiff zusammen, musste mit der Rettung ins Spital gebracht werden. Das Fremden Blatt schrieb: 'Sein Heroismus verdient alle Anerkennung.'
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 369-377
WAF-Linksaußen Andreas Schober brachte beim 4:2-Sieg gegen den WAC mit einem Doppelpack die Hausherren schon nach 4 Minuten in Führung, und machte vor dem Pausenpfiff mit dem dritten Treffer seinen Hattrick klar - das Tor resultierte aus einem klassischen Konter. Im Spiel gegen den WAF zog er sich allerdings eine Sehnenzerrung zu und spielte angeschlagen weiter, da es noch keine Auswechslungen gab. Im Frühjahr 1916 zog es Schober zurück in seine Heimatstadt Stockerau - SV Stockerau Funktionär Oskar Wildschek bemühte sich offenbar sehr um seine Rückkehr, die Gründe für den Wechsel von einem Titelaspiranten in die Provinz blieben unklar. Beim Städtespiel Berlin gegen Wien (2:1) wurde Schober trotzdem mitgenommen, obwohl er bereits beim SV Stockerau unter Vertrag stand, und bereitete dort das 2:0 von Karl Neubauer vor.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 230, 377, 930, 2103, 2363, 2415-2417
WAF-Topstürmer Franz Heinzl glich im Länderspiel Österreich-Ungarn (4:2) per Kopfball zum 1:1 aus und erzielte kurz darauf mit einem flachen, scharfen Schuss den Führungstreffer zum 2:1. Beim Städtespiel Wien-Berlin (7:0) hatte er hingegen Pech mit seinen Weitschüssen, seiner stärksten Waffe. Beim Spiel WAF gegen Sportclub war er über das 0:0 zur Pause so erzürnt, dass er beim Gang in die Kabine seine Emotionen freien Lauf ließ - Schiedsrichter Gustav Schmidt schloss ihn bereits in der Halbzeitpause aus, was bei den WAF-Fans für Empörung sorgte ('Darf ein Schiedsrichter das überhaupt?'). Beim 9:0 gegen Simmering traf Heinzl alleine 4 Mal, darunter zweimal per Elfmeter.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 486-489, 642-645, 1479, 1606-1616
Sensationstransfer beim WAF: der WAF verpflichtete den kreativen Spielmacher Adolf Riebe vom deutschen Meister SpVgg Fürth - auch Rapid war interessiert, doch der WAF gewann das Rennen. Riebe war ein gebürtiger Wiener, der früh nach Deutschland verschlug, spielte für TSV Jahn München 1900, FC Bayern München, FSV Frankfurt und ab 1912 für Fürth, wo er die Rolle des Mittelläufers einnahm. Er feierte zwei bayrische Meistertitel und kurz vor dem Ersten Weltkrieg den größten Erfolg: im Finale um die gesamtdeutsche Meisterschaft besiegte er mit Fürth den amtierenden Meister VfB Leipzig in der Verlängerung mit 3:2. Beim 6:2-Sieg des WAF gegen Sportclub brachte Riebe die Gäste in der 20. Minute mit 1:0 in Führung. Als Trainer betreute er später Parma, Andrea Doria (Vorgänger von Sampdoria), Hamburger SV und Racing Straßburg. Vor dem Zweiten Weltkrieg trainierte er Warta Posen in Polen - als 1937 der Vorstand den Ausschluss jüdischer Vereine forderte, verließ Riebe Polen und kehrte nach Wien zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg trainierte er nur noch den unterklassigen SV Leibnitz aus der Steiermark; sein größter Trainererfolg war der Sieg im Norddeutschen Pokal 1926.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1213, 1469, 1481, 1606, 2187-2197
WAF-Verteidiger und Leutnant Felix Tekusch befand sich am 16. März 1916 auf einem Truppentransport von der russischen Front zur italienischen Front - der Zug machte zufällig in seiner sportlichen Heimat Hütteldorf für 10 Minuten Rast, doch Tekusch durfte den Zug nicht verlassen. Einem Bekannten am Bahnsteig ließ er vom Zugfenster aus die herzlichsten Grüße an die ganze Wiener Sportgemeinde ausrichten. Tekusch wusste nicht, dass er nur noch zwei Monate zu leben hatte - seine Vorgesetzten planten bereits eine Offensive gegen Italien, weshalb er an die Isonzofront verlegt wurde, wo er im Mai 1916 während der gescheiterten Südtiroloffensive fiel.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 2230-2232
Der ehemalige Toptorhüter Leopold Bode war lange mit den Deutschmeistern im Krieg und feierte beim 2:0-Sieg gegen die Amateure ein überraschendes Comeback - der WAF-Anhang konnte endlich wieder seine 'Wiener Meisterschaftsluft schnuppern'. Bode hielt fehlerfrei und begeisterte mit tollen Reflexen, war auch beim 6:0 gegen die Hertha im Tor und kam nach seiner langen Pause direkt aus dem Krieg zu großem Erfolg. Im März 1916 befand sich Rapid in Verhandlungen mit Bode für einen Wechsel - er pflegte ein gutes Verhältnis zu Rapid-Macher Dionys Schönecker und hatte großes Interesse am Wechsel. Nach dem Krieg ging Bode ins Waldviertel und gründete 1926 den SV Groß Siegharts, kehrte ein Jahr später nach Wien zurück und wurde im Sportklub Burgtheater Leiter der Fußballsektion.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1132-1152, 1259-1273, 2236-2244
WAF-Spieler Otto Übleis fiel an der italienischen Front bei Görz. Die Sport Rundschau schrieb: 'Wieder hat die Wiener Fußballgemeinde einen schweren Verlust zu verzeichnen. Otto Übleis, ein junger, talentierter Spieler des WAF ist bei Görz den Heldentod gestorben.' Übleis hatte rasch eine sportliche Karriere gemacht, wurde nach kurzer Zeit in der WAF-Reserve als Verteidiger in die Erste eingereiht, kämpfte ab Beginn des Krieges, und kam nach der italienischen Kriegserklärung an die Südwestfront, wo er sich mehrfach belobende Anerkennung seiner Vorgesetzten errungen hatte und erst kürzlich mit der großen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden war. Übleis war im Kader der WAF-Meistermannschaft 1913/14 dabei, kam aber nicht mehr oft zum Einsatz, da auf seiner Innenverteidigerposition mit Anton Cargnelli, Alois Kvitek, Leopold Heinz, Rudolf Axmann und Felix Tekusch Institutionen des österreichischen Fußballs spielten.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1855
Beim 9:0-Sieg des WAF gegen Simmering stand mit Johann 'Hansl' Andres ein Überraschungsgast im Tor - der ehemalige Flügelangreifer, der zwischenzeitlich als Schiedsrichter tätig war, kehrte überraschend als Torhüter zurück. Der damals 28-jährige galt als sehr beliebt und humorvoll und liebte es in seiner besten Zeit, während des Spiels mit Gegenspielern und Zuschauern zu scherzen - einer der ersten Fußballclowns des österreichischen Fußballs. In diesem Spiel bekam er in 90 Minuten nur einen einzigen Ball zu halten und hatte daher genügend Zeit, seine Späße mit dem Publikum zu treiben.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 1608
Der damals 26-jährige Anton Cargnelli blühte beim 4:1-Sieg gegen Wacker in der zweiten Halbzeit im Mittelfeld richtig auf - er fühlte sich dort sichtlich wohler als in der Abwehr. Cargnelli war der Sohn eines italienischen Vaters, wurde im Nachwuchs des Rennweger SV 1901 groß, spielte über Viktoria Wien und Germania Schwechat, und wechselte 1910 als 21-jähriger zum WAF, nachdem er bereits 1909 beim 1:1 gegen Ungarn in der Nationalmannschaft debütiert hatte. Cargnelli war Teil der WAF-Meistermannschaft 1913/14 und blieb den roten Hütteldorfern auch in den schweren Kriegszeiten treu. Erst 1920 kehrte er zu Germania Schwechat zurück, wo er als Stürmer auflief und gleichzeitig das Training übernahm - die Germania kämpfte in der zweiten Liga mit dem SC Hakoah Wien um den Aufstieg und belegte den zweiten Platz. Eine sensationelle Karriere machte er dann als Trainer in Italien: zweimal Meistertitel, einmal mit Torino, einmal mit Inter. Während der Kriegsjahre betreute er wieder Torino, wurde einmal Vizemeister und war am Aufbau jener Mannschaft beteiligt, die später als 'Grande Torino' berühmt werden sollte. Er starb am 27. Juni 1974 in Albenga.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 776
Adolf Fischera, einer der besten und elegantesten Stürmer vor dem Krieg, konnte endlich wieder einmal für den WAF einlaufen - eine Sensation. In der vergangenen Saison kam er auf Grund des Krieges zu keinem einzigen Einsatz; er diente die gesamte Kriegszeit in einer Telegraphenabteilung an der Front. Sein körperlicher Zustand war vom Kriegsdienst zwar schlecht, aber ihn nicht aufzustellen wäre wohl einem Verbrechen gleichgekommen.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 886
Trotz seiner körperlichen Defizite nach Jahren ohne Spielpraxis präsentierte Adolf Fischera eine grandiose Leistung. Die Sport Rundschau schrieb: "Sein Stoppen, sein Dribbling und seine noch immer vorbildlichen Bewegungen trotz des durch Trainingsmangel vernachlässigten Körpers, erbrachten uns den Beweis seiner noch immer bestehenden überragenden Klasse. Fischeras regelmäßige fußballsportliche Betätigung wäre für seinen Verein und für unseren Verband von außerordentlichem Nutzen."
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 1956
Der WAF meldete offiziell die Verpflichtung von Adolf Fischera. Grund war, dass sich Fischera und Engelbert König nicht ausstehen konnten - der zart besaitete Fischera wollte sich den cholerischen Umgangston seines Mitspielers nicht mehr antun. Für die Meisterschaftsspiele kam Fischera aber noch nicht in Betracht, da er in dieser Saison bereits für Germania gespielt hatte.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4175
Der Sportclub Neunkirchen aus dem Saarland bereitete Adolf Fischera, genannt "Ra", ein fast unschlagbares Angebot, das der Wiener Sportclub nicht überbieten konnte. Fischera, damals 31 Jahre alt, strebte bereits eine Trainerkarriere an.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4130
Adolf Fischera entschloss sich schließlich, zum Sportklub Neunkirchen an der Saar nach Deutschland zu wechseln. Die Neunkirchner bezeichneten ihn als einen der gefeiertsten Vertreter des intelligenten Wiener Fußballspiels und erhofften sich von ihm vor allem als Trainer eine Förderung ihrer Spielstärke.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4671
Josef Schneider verweigerte nach seiner Versetzung auf eine Flügelposition aus Trotz weiteres Spielen wie eine "beleidigte Leberwurst", sodass der WAF im Spiel gegen Wacker mit nur 10 Spielern fertig spielen musste.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 1414
Franz Heinzl wechselte erneut vom WAF zum SV Stockerau, was mit dem sarkastischen Kommentar "zur Abwechslung wieder einmal" quittiert wurde.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 586
Franz Heinzl spielte doch noch für seinen WAF und hatte sich noch nicht nach Stockerau verabschiedet - er zählte gegen den FAC trotz vergebener Chancen zu den auffälligsten Spielern im WAF-Trikot.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3244
Leopold Heinz heiratete Fräulein Emma Holzer.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 1032
Leopold Heinz war in hervorragender Form und schrieb einen Leserbrief an das Wiener Sporttagblatt, um öffentlich die Leistung des Schiedsrichters nach einer Niederlage des WAF zu kritisieren.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3691
Nach dem sensationellen 2:0-Sieg des WAF gegen Rapid ging Rapid-Stürmer Richard Kuthan auf den WAF-Kapitän Leopold Heinz zu und beglückwünschte ihn mit den Worten: "Mit der Mannschaft brauchst Du Dich nicht zu schämen."
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4305
Leopold Heinz wurde in der Bewertung der Teamkandidaten vor dem Länderspiel als universell im Mittelfeld einsetzbar, fleißig, technisch hervorragend und als bedeutender Taktiker mit seltener Umsicht und gutem Stellungsspiel beschrieben - auf jeder Position ein Gewinn.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4339
Der 29-jährige Karl Tekusch, der beim Start der ersten Ligasaison 1911 zu den größten und populärsten Stars des Landes zählte, brachte nach langer Pause eine grandiose Leistung gegen Rapid und spielte so gut wie in seinen besten Zeiten - ein Grund für die sensationelle Niederlage Rapids.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4293
Adolf Schöbinger schoss beide Tore beim sensationellen 2:0-Sieg ("Rotjacken") des WAF gegen Titelverteidiger Rapid - seine Spielweise erinnerte an die von Isidor Gansl, nur war Schöbinger aus feinerem Holz geschnitzt.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4291
Beim Spiel gegen Wacker brachte Adolf Schöbinger unter anderem das Kunststück zuwege, auf der Torlinie den Ball zu verdribbeln.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 5228
Adolf Schöbinger vergab im Spiel gegen Simmering einen Elfmeter, indem er den Ball locker in die Hände von Torhüter Johann Paciska schob - ein leichtfertig vergebener Strafstoß.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4983
Karl Achatzi wurde im Sporttagblatt als "fauler Spieler" mit schlechten Kritiken bedacht.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 1004
Über die schwache Leistung von Karl Achatzi im Freundschaftsspiel gegen Simmering schrieb das Sporttagblatt, er sei schuldtragend an der Niederlage, klebe zu viel am Ball und raufe oft mit drei Gegnern herum, zum Nachteil seiner Mitspieler.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3689
Otto Janczik wurde in der Bewertung der Teamkandidaten vor dem Länderspiel als "allererste Klasse und das größte Talent, das wir gegenwärtig auf diesem Gebiete haben" bezeichnet.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4328
Otto Janczik wollte einen hohen Ball mit dem Fuß abwehren, rasierte ihn jedoch, konnte ihn aber gerade noch auf der Torlinie erhaschen und niederdrücken, um ihn aus dem nachfolgenden Gewirr von Füßen und Körpern zu befördern.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 5232
Wie nun bekannt wurde, war der rechte Verbindungsstürmer des WAF, Franz Schlamenda, gerade erst 17 Jahre alt und damit der jüngste Kampfmannschaftsspieler des aktuellen WAF-Kaders.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4070
Maximilian Gold galt als "ewiges Talent", das immer wieder seine Chancen bekam, aber nie überzeugen konnte - er spielte weder im Angriff noch im Mittelfeld wirklich gut.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3108
Der WAF-Anhang war über die Leistung von Maximilian Gold im Angriff teilweise entsetzt: Wenn er schon spielen solle, dann bitte nie wieder in der Abwehr, hieß es - dabei spielte er als Verteidiger eigentlich ganz passabel.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4293
Im Spiel gegen Admira absolvierte Maximilian Gold als rechter Verteidiger überraschend eine gute Leistung, obwohl er sonst oft kritisiert wurde.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 5549
Der ungarische Torhüter Ferenc Plattko lieferte mehrere Glanzleistungen für den WAF ab.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 806
Über Ferenc Plattko wurde berichtet, dass er in Ungarn bei Vasas Budapest einen ihn mit Steinen bewerfenden Zuschauer verprügelt hatte.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 239
Über die beiden ehemaligen ungarischen WAF-Stars, Torhüter Ferenc Plattko und Jozsef Ging, die im Herbst 1919 regelmäßig für die roten Hütteldorfer tätig waren, wurde berichtet, dass die Untersuchung wegen Professionalismus mangels Beweisen eingestellt wurde - lediglich eine Art leichtsinniger Wanderung wurde konstatiert und Plattko auf vier Monate suspendiert, wobei diese Strafe als abgebüßt betrachtet wurde.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4830
Beim überraschenden 1:0-Sieg gegen die hoch favorisierten Amateure zum Saisonstart war der Tormann "der Vater des Sieges" - mit grandiosen Paraden und Reflexen hielt er seinen Kasten sauber und sorgte für den unerwarteten Erfolg.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 301
Beim torlosen Remis gegen Wacker blieb der Tormann zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor und lieferte damit erneut eine grandiose Partie.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 424
Beim 1:0-Sieg gegen die Vienna hielt der Tormann erneut alles, was auf sein Tor geflogen kam, und war "wieder einmal der Vater des Sieges".
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 363
Beim 0:4-Debakel gegen den WAC erzielte sein Gegenüber Josef Horejs einen Hattrick, doch ein Elfmeter von Johann Neumann wurde von Janczik gehalten, ohne dabei besondere Kunstfertigkeit zeigen zu müssen, da der Schuss schlecht geschossen war.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 2414
Im Schneechaos gegen die Hertha (15 Zentimeter Schneeschicht) wehrte der Tormann sogar einen Handelfmeter mit der Faust ab, war beim Gegentreffer zum 2:2 aber machtlos.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 3496
In der Härteschlacht im Nebel gegen den FAC wurde der Tormann in der 74. Minute "invalide getreten" und musste das Spiel verlassen - kurz darauf gab WAF-Kapitän Leopold Heinz das Kommando zum Spielabbruch, da er weitere schwere Verletzungen seiner Spieler fürchtete.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1642
Beim 2:0-Sieg gegen die Hakoah brachte der Spielmacher seine Mannschaft mit einem Alleingang zum 1:0 in Führung. Beim Stand von 2:1 wehrte Otto Janczik einen Handelfmeter ab, doch zum 2:2 traf Johann Richter im Nachschuss.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 3498
Gegen die Hakoah konnte sich der erfahrene Spielmacher gegen den schnellen Norbert Katz nur mit derben Fouls helfen, was viel Schärfe in die Begegnung brachte.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 874
Der alte und erfahrene Spielmacher brachte beim überraschenden 1:0-Sieg gegen die Amateure viel Ruhe in die Mannschaft und sorgte für die nötige Stabilität - er war das einzige Überbleibsel, neben Josef Haist, aus den glorreichen Tagen des Vereins.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1432
Beim Spiel gegen die Hertha im Schneechaos gab der Routinier als Kapitän das Kommando zum Spielabbruch, nachdem sein Torhüter invalide getreten worden war und er weitere schwere Verletzungen fürchtete.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1642
Der früher oft kritisierte Verteidiger kam beim Sieg gegen die Vienna "immer besser in Fahrt" und gehörte zu den Stützen der Mannschaft.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 363
Im Schneechaos gegen die Hertha erzielte der Verteidiger in der 38. Minute ein Eigentor (Solil-Eigentor, korrekt: Solil), tatsächlich war es Franz Solil, der ablenkte - Gold blieb in diesem Spiel allerdings besonders defensiv stark.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1611
Beim 4:2-Sieg über Rapid erwischten der Verteidiger und sein Partner Josef Amesberger einen "rabenschwarzen Tag" und konnten selbst gegen eine schwache Rapid-Stürmerkette nichts entgegensetzen - Spielmacher Karl Achatzi musste deshalb permanent in der Abwehr aushelfen.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1186
Der ehemalige WAF-Star verkehrte gerne im Cafe Lovrana in der Löwengasse 36 im 3. Bezirk, einem beliebten Treffpunkt alter WAF-Stars. Das Cafe war zugleich Sitz des Zionistischen Landesverbandes; die Eigentümer Anna, Herta und Josef Schwimmer wurden am 11. November 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Buchhandlung.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 106
Richard 'Piefke' Pappstein, gebürtiger Berliner, wird im Spiel WAF gegen Hakoah (13. November 1921) erwähnt: Sein Schuss aufs Tor wirkte 'beeindruckend harmlos' und wurde mühelos vom gegnerischen Torwart abgefangen.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'WAF - Hakoah 3:5', Para. 646
Richard 'Piefke' Pappstein, 'Meister der Selbstfindung', schien in einem Trainingsspiel im November 1921 endlich zu erkennen, dass Fußball auf einem Feld gespielt wird; seine Bewegungen wurden mit der Grazie eines 'Elefanten im Porzellanladen' verglichen, seine Tricks führten zu einem 'Spektakel der Missverständnisse'.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Weitere Beobachtungen vom Wochenende', Para. 1138
Im Cup-Finale 1922 gegen die Amateure erzielte Albert Klein (nicht Pappstein) das entscheidende Tor; Pappstein erzielte jedoch im Spiel WAF gegen Wacker am 4. Juli 1922 das einzige Tor des Spiels (1:0) mit einem schnellen Durchbruch am Flügel.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'Wacker - WAF 0:1', Para. 3145, 3149
Heinrich 'Saft' Lebensaft, der junge Ersatztorwart des WAF, wehrte in den Vorrunden des Cups 1922 alleine ein Vierteldutzend Elfmeter ab und rettete seinen Verein mehrfach vor dem Ausscheiden. Im Finale musste er jedoch seinen Platz an den routinierteren Otto Janczik abgeben - sein entscheidender Beitrag in den Vorrunden blieb dadurch unbemerkt vom Jubel über den Cupsieg, weshalb er als 'unerkannter Held des Hintergrunds' beschrieben wird.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Der stille Kompagnon: Heinrich Saft Lebensaft', Para. 3123-3129
Im entscheidenden Meisterschaftsspiel WAF gegen Sportclub (12. Juli 1922) hielt 'Saft' Lebensaft im Tor mehrere gefährliche Schüsse, konnte aber das entscheidende 1:1 von Adolf Fischera in der 85. Minute nicht verhindern - das Unentschieden machte den Sportclub zum Meister.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'WAF - Sportclub 1:1', Para. 3241-3250
WAF-Torhüter Otto Janczik wurde als Tormann beschrieben, dem 'seine gesunden Knochen so gleichgültig sind' wie kaum einem anderen in Wien - seine Stürze und Rettungsaktionen seien beeindruckend, aber riskant; ihm wurde scherzhaft Synchronschwimmen als sicherere Alternative empfohlen.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sonst noch passierte an diesem Wochenende', Para. 1484
Otto Janczik 'in Hochform' wurde als 'Anblick für die Götter' beschrieben - es sei, als hätte er beschlossen, nicht nur aufzutauchen, sondern tatsächlich mitzuspielen.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sonst noch geschah', Para. 1280
Adolf Fischera, der 'unvergleichliche' WAF-Stürmer, erzielte am 1. April 1922 gegen Simmering einen Doppelpack (3:2 in der 54. und 6:2 in der 84. Minute) bei einem 6:3-Sieg des WAF.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'WAF - Simmering 6:3', Para. 2139-2146
Im Cup-Finale 1922 gegen die Amateure (WAF-Sieg 2:1) war Adolf Fischera an der entscheidenden Kombination zum 2:1 durch Albert Klein in der 63. Minute beteiligt.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Cup-Finale Gleich geht es los', Para. 3117-3118
Adolf Fischera erzielte am 12. Juli 1922 in der 85. Minute das entscheidende 1:1 gegen den Sportclub - dieses Unentschieden reichte dem Sportclub jedoch zum Meistertitel.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'WAF - Sportclub 1:1', Para. 3244-3248
Karl Achatzi, der Mittelläufer des WAF, war ein ehemaliger Spieler des Sportclubs und wurde dafür bekannt, dass er fast immer ein Tor gegen seine alten Klubkollegen erzielte - auch am 25. September 1921 führte er den Angriff zu mehreren schwierigen Situationen vor dem Tor des Sportclubs.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sich am Sonntag noch so tat', Para. 381
WAF-Altstar Leopold Heinz wurde am 4. Dezember 1921 als 'wieder einmal in Höchstform' beschrieben - mit seiner 'beeindruckenden Fähigkeit', den Ball konsequent am Tor vorbeizuschießen, sorgte er für zahlreiche 'unvergessliche Momente'.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sonst noch passierte', Para. 1414
Leopold Heinz wurde gemeinsam mit Alois Kvitek und Adolf Fischera als Teil der 'alten Garde' des WAF gewürdigt, die mit Eleganz und jahrelanger Erfahrung den wahren Geist der Mannschaft verkörperten.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sonst noch geschah', Para. 2212
Maximilian Gold vom WAF wurde poetisch als junger, schneller Athlet beschrieben, dessen Talent 'die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert' habe - 'sein Name klingt bereits wie Gold'.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sonst noch geschah', Para. 2225
Maximilian Gold verwandelte am 18. Juni 1922 einen Elfmeter zum 2:1-Anschlusstreffer des WAF gegen Ostmark in der 84. Minute.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'Ostmark - WAF 2:1', Para. 2882, 2884
Debüt als zentraler Mittelfeldspieler, als 'Chefdirigent' bezeichnet (03.09.1922).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~300
'Selbst ist der Mann' – Solo-Spielstil thematisiert; erzielt zwei frühe Tore, WAC dreht das Spiel aber zum 5:3 (Feb. 1923).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~3300
'Große Ausdauer' – spielt insgesamt 3 Stunden (Freundschaftsspiel + Hauptspiel) in der Kälte und kassiert nur ein Gegentor (Okt./Nov. 1922).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~1950
'Nur ka Aufheben' – wird kurzfristig bekannt, nachdem er durch einen gegnerischen Tritt einen offenen Schienbeinbruch erleidet (28.01.1923).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~3000
Debüt am 05.11.1922 als Linksaußen.
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~1850
'Vielleicht lernt er's' – chronisch schlechte Eckbälle (März 1923).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~3700
'Einen prächtigen Torschuss' – schießt ein eigentorartiges Tor ins eigene Netz (Okt. 1922).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~1450
'Horejs der Vielseitige' – wird für vielseitiges Spiel gelobt, später jedoch in 'Horejs der Launenhafte' kritisiert (Dez. 1922).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~2400
Erzielt Tore in frühen Saisonspielen.
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~diverse
Erzielt wiederholt späte, spielentscheidende Tore; trägt trotz Spiel für WAF (nicht Rapid) den Spitznamen 'Hütteldorfer Frechdachs'.
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~diverse
Der langjährige WAF-Veteran August Klimpfinger, der schon über zehn Jahre zuvor für den Verein spielte, erzielt beim 6:1-Heimsieg gegen Sturm 07 in der 37. Minute ein wuchtiges Kopfballtor und wird scherzhaft als 'lebendes Fossil' mit ungebrochener Torgefahr gefeiert.
Quelle: Hakoah Wien: Der einzige Meistertitel - Fußball Tagebuch 1924/25 (Buch14.docx; Seitenzahlen im extrahierten Text nicht vorhanden)